12:04 21 August 2018
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    Nato-Manöver Saber Strike in Estland, 2016

    Russischer Politiker ruft Estland zu Beobachtung seiner „Verteidiger“ auf

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    Politik
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    Nach dem jüngsten Raketen-Zwischenfall hat der Chef des Ausschusses für Informationspolitik im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Alexej Puschkow, die Behörden Estlands dazu aufgerufen, seine „Verteidiger“ zu beobachten.

    „Falls am Rande der Stadt N in Estland eine Rakete landet und explodiert, die versehentlich von einem Militärflugzeug abgefeuert wurde, muss man nun in Tallin verraten, woher diese Raketen fliegen“, twitterte der Politiker.

    Man solle „nicht die russischen Luftstreitkräfte, sondern die Estland ,verteidigendenʻ Nato-Flugzeuge beobachten“.

    Ein Jagdflugzeug Eurofighter Typhoon 2000 der spanischen Luftstreitkräfte hatte beim Flug über dem südlichen Teil Estlands irrtümlicherweise eine scharfe Luft-Luft-Rakete abgefeuert. Das teilte der Pressedienst der estnischen Verteidigungskräfte mit.

    „Bei der Rakete AIM-120 AMRAAM ist die Selbstzerstörung aktiviert, damit sie bei einem irrtümlichen Start in der Luft zerstört wird. Man darf jedoch nicht ausschließen, dass der Flugkörper trotzdem gelandet ist“, hieß es in der Mitteilung.

    Raketen vom Typ AIM-120 AMRAAM sind zur Vernichtung von Luftzielen außerhalb der direkten Sichtweite bestimmt. Die Luftstreitkräfte der USA sind seit 1991 mit solchen Lenkwaffen ausgerüstet. Raketen dieses Typs gehören auch zur Bewaffnung der Truppen von Großbritannien, Deutschland, Italien, Griechenland, Finnland, Norwegen und einigen anderen Ländern. In den 1990er Jahren waren AIM-120-AMRAAM-Raketen gegen Abfangjäger MiG-23 und MiG-25 im Irak sowie bei der Nato-Militäroperation gegen MiG-29-Kampfjets 1999 im damaligen Jugoslawien eingesetzt worden.

    Die baltischen Länder verfügen über keine für Luftpatrouillen tauglichen Flugzeuge. Deshalb wird ihr Luftraum seit April 2004 (nach dem Nato-Beitritt) rotationsmäßig von Flugzeugen der Länder der Allianz geschützt, die in Litauen auf dem fünf Kilometer von Šiauliai entfernt liegenden Flugplatz Zokniai und auf der Luftbasis Ämari stationiert sind. 2012 war diese Mission beim Nato-Gipfel in Chicago auf unbestimmte Zeit verlängert worden.

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    Tags:
    Rakete, Flugzeug, NATO, Alexej Puschkow, Estland, Russland
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