14:57 13 Dezember 2018
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    Georgische Soldaten während der NATO-Übungen Noble Partner 2018

    Krieg zwischen Georgien und Südossetien wurde von der Nato provoziert – Experte

    © REUTERS / David Mdzinarishvili
    Politik
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    Natalia Pawlowa
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    Zehn Jahre nach den tragischen Ereignissen in Zchinwal ist die westliche Politik in Transkaukasien gegenüber Russland und den von Russland anerkannten Republiken Südossetien und Abchasien feindlich und von militärpolitischer Natur.

    „Das Manöver „Würdiger Partner“ in Anwesenheit von Top-Militärs der Nato zeugt davon, dass der Westen auf Georgien als anti-russischen Brückenkopf setzt. Dies kann angesichts der fehlenden diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Georgien Anlass zu Besorgnis geben. Die EU, aber vor allem die USA und Großbritannien, sind die Hauptinvestoren dieser Politik“, sagte Artur Atajew, Experte am russischen Institut für strategische Studien, der aus Nordossetien kommt und Zeuge des Kaukasuskrieges im August 2008 in Südossetien war, im Gespräch mit Sputnik.

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    In diesem Zusammenhang ist das Thema „080808“ (die Bezeichnung verweist auf das Datum der georgischen Aggression gegen Südossetien am 8. August 2008) nach Worten des Politologen immer noch aktuell. Die Nato, deren Mitglied Georgien sein will, habe Georgien dazu angeregt, Südossetien anzugreifen.

    „Die Allianz hat diesen Konflikt mit den Erklärungen ihres früheren Nato-Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer sogar angezettelt. Heute sorgt der neue Generalsekretär Jens Stoltenberg mit seinen Äußerungen für mehr Spannungen in Transkaukasien. Die Rhetorik ist gar nicht friedlicher Natur. Die Nato provozierte Georgien zu einer Verschlechterung der Beziehungen zu Russland und wird es auch weiter dazu provozieren“, betonte der Politikwissenschaftler.

    Vor einigen Monaten wurde in Südossetien eine neue Universität eröffnet. Die alte war das erste Gebäude, auf das Georgien den ersten Schlag verübte. Saakaschwili habe jedoch in seinem jüngsten Interview gesagt, dass der erste Schlag gegen Zchinwal vom russischen Militär verübt worden sei, so der Experte. Und in georgischen Lehrbüchern stehe, dass Russland im August 2008 Georgien angegriffen habe. Allerdings werde verschwiegen, dass es sich um den ersten Präzedenzfall einer Friedenserzwingung handelt. So entstehe eine neue Weltanschauung.

    „Im August 2008 habe ich die Reaktion der georgischen Blogosphäre auf die Ereignisse beobachtet“, erinnert Artur Atajew. „Als Berichte über die Einnahme von Zchinwal kamen, schrieben georgische Blogger:,Wenn nur die Weltgemeinschaft uns nicht mit Menschenrechten und demokratischen Normen unter Druck setzte!‘ Nachdem die russischen Truppen die georgischen Truppen aus Südossetien vertrieben hatten, waren dieselben Blogger empört: ‚Wo ist denn die Weltgemeinschaft?! Georgien wird angegriffen!‘ Das ist eine im Westen allgemein akzeptierte Formel der Informationsunterstützung aggressiver Handlungen gegen Russland.“

    Erst nachdem die georgischen Truppen die russischen Friedenstruppen bombardiert hatten, wurde Befehl zur „Erzwingung des Friedens“ gegeben. Der Experte ist diesbezüglich über die Reaktion westlicher Medien empört und nennt sie „superzynisch“: „Russland wird nämlich als Aggressor im georgisch-abchasischen Konflikt dargestellt, was gar nicht der Fall ist.“

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    Nach zehn Friedensjahren ist Südossetien kaum wiederzuerkennen. Es ist die riesige, international wichtige Ferngasleitung „Wladikawkas-Zchinwal“ entstanden. Nachdem Georgien das Gas abgedreht hatte, kam Russland zu Hilfe und baute diese einzigartige Gaspipeline durch die Berge. Es war ein Großbau, vergleichbar mit der Krim-Brücke. Die Ossetische Heerstraße hat größere Bedeutung bekommen.

    „Der vier Kilometer lange Tunnel hat tatsächlich die Osseten vor der Vernichtung gerettet, weil der georgische Plan „Sauberes Feld“ auf eine völlige Säuberung der südossetischen Bevölkerung gerichtet war. Heute ist weder Zchinwal noch Abchasien wiederzuerkennen. Das Investitionsprogramm, das seit der Anerkennung der Unabhängigkeit der Republiken umgesetzt wird, hat einen enormen Effekt gehabt. Das sind Stadien, Straßen und Schulen. Die Infrastruktur hat sich verändert, es gibt jetzt solide Investoren, vor allem im Tourismusbereich. Die Republiken, die früher Depressionsregionen waren, haben sich gewandelt. Jetzt entwickeln sich diese Gebiete dynamisch.“

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    Tags:
    Friedenstruppen, Truppen, Verschlechterung, Beziehungen, Aggression, NATO, Michail Saakaschwili, Jens Stoltenberg, Südossetien, Russland, Georgien