03:34 17 August 2018
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    Dmitry Peskov

    Kreml äußert sich zu neuen US-Sanktionen

    © Sputnik / Michael Klimentyev
    Politik
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    Die mögliche Verhängung von neuen US-Sanktionen gegen Russland wegen Salisbury ist unfreundlich. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ist eine solche Verbindung absolut inakzeptabel und illegal.

    „Im Allgemeinen ist es natürlich notwendig zu sagen, dass wir die Verknüpfung von neuen Beschränkungen, die wir immer noch für illegal halten, mit dem Fall in Salisbury für völlig inakzeptabel halten“, sagte Peskow gegenüber der Presse.

    Darüber hinaus betonte der Kreml-Sprecher, dass das russische Finanzsystem seine Stabilität bewiesen habe und   Argumente über seine Instabilität im Zusammenhang mit der möglichen Einführung von neuen US-Sanktionen unpassend seien.

    „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unvorhersehbarkeit unserer ausländischen Partner müssen wir natürlich unser Finanzsystem in einem guten Zustand halten.“

    Es sei auch kompliziert, solche unfreundlichen Entscheidungen mit der „nicht einfachen, aber konstruktiven“ Atmosphäre in Zusammenhang zu bringen, die bei dem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump in Helsinki am 16. Juli geherrscht habe.

    Ferner betonte Peskow, dass Washington ein unberechenbarer Teilnehmer an den internationalen Angelegenheiten sei:

    „Wenn Sie uns fragen, ob Aktionen Washingtons  in der jetzigen Zeit möglich sind, dann werden wir wahrscheinlich sagen, dass man von Washington jetzt was auch immer  erwarten kann“, äußerte sich Peskow  zu einem möglichen Verbot der russischen Fluggesellschaft „Aeroflot“, Flüge in die Vereinigten Staaten zu absolvieren.

    Er unterstrich jedoch, dass der Kreml zu dieser Frage keine offiziellen Erklärungen erhalten habe.

    Es ist laut dem Kreml-Sprecher auch noch zu früh, über mögliche Gegenmaßnahmen Moskaus im Zusammenhang mit den neuen US-Sanktionen wegen des Falls im britischen Salisbury zu sprechen, weil „bislang unklar ist, worum es geht.“

    „Erstens haben wir offizielle Aussagen über neue so genannte Sanktionen gehört, wir haben irgendeine hochrangige Quelle gehört, die von der Möglichkeit irgendeiner Art von restriktiven Maßnahmen gegen Russland sprach. Deshalb wäre es natürlich falsch, über Gegenmaßnahmen zu sprechen, bis wir konkret und offiziell verstanden haben, wovon die Rede ist“, schloss Peskow.

    Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Russland

    Am Mittwoch hatte das Außenministerium in Washington erklärt, dass am 22. August wegen angeblicher Verwendung von C-Waffen im britischen Salisbury neue US-Sanktionen gegen Russland in Kraft treten werden.

    „Nach Verstreichen der 15-tägigen Frist seit der Benachrichtigung des Kongresses werden die Sanktionen in Kraft treten. Die entsprechende Benachrichtigung wird voraussichtlich am 22. August im  ‚Federal Register‘ veröffentlicht werden“, hieß es.

    Fall Skripal

    Der russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März dieses Jahres auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. London geht davon aus, dass die beiden mit dem Kampfstoff A234 vergiftet wurden, der in Großbritannien als „Nowitschok“ bekannt ist, und macht Russland für den Anschlag verantwortlich.

    Moskau weist jegliche Anschuldigungen vehement zurück. Außenminister Sergej Lawrow erklärte im Mai, dass London im Skripal-Fall bislang keine Beweise für die Schuld Russlands vorgelegt hatte.

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    Tags:
    Fall Skripal, Finanzsystem, Stabilität, Sanktionen, Donald Trump, USA, Russland
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