07:40 19 August 2018
SNA Radio
    Zerstörungen in Zchinwal nach dem Kaukasischen FünftagekriegZerstörter Stützpunkt der russischen Friedenstruppe in Zchinwal  (2008)

    „Kurzes Gedächtnis“: Moskau über EU-Auffassung zu georgisch-ossetischem Konflikt

    © Sputnik / Said Gutsiyev © Sputnik / Michail Fomitschew
    1 / 2
    Politik
    Zum Kurzlink
    6992

    Die ständige Vertretung Russlands bei der Europäischen Union hat in einem Kommentar Befremden über die Erklärung der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, zum 10. Jahrestag des georgisch-ossetischen Konfliktes (des Kaukasischen Fünftagekrieges) geäußert.

    Die EU-Chefdiplomatin hatte erneut hervorgehoben, dass die EU die Souveränität und territoriale Integrität Georgiens unterstütze. Sie äußerte ferner Bedauern darüber, dass „die russische Militärpräsenz sowohl in Abchasien als auch in Südossetien weiterhin einen Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verpflichtungen darstellt, die Russland im Rahmen des Abkommens vom 12. August 2008 unter Vermittlung der Europäischen Union übernommen hatte“.

    Den russischen Diplomaten zufolge hinterlässt diese Deklaration einen merkwürdigen Eindruck – „als ob diese erst vor kurzem geschehene Geschichte von allen vergessen wurde, was Anlass dazu gibt, sie neu zu schreiben“.

    „Angefangen mit der Überschrift, die sich auf ‚den Konflikt zwischen Russland und Georgien‘ beruft, wird das Bild von dem, was im August 2008 in Wirklichkeit geschah, verzerrt“, heißt es in einem Kommentar der ständigen Vertretung, der Sputnik zugegangen ist.

    Im August 2008 hatte Georgien Truppen in seine seit 1991 abtrünnige Provinz Südossetien geschickt, um diese zurückzuerobern. Der Angriff, bei dem die südossetische Hauptstadt Zchinwal weitgehend zerstört wurde, konnte erst nach der Intervention russischer Truppen abgewehrt werden. Bei dem Angriff wurden zehn russische Blauhelme getötet und weitere 40 Soldaten verletzt.

    „Es wurden Hunderte Zivilisten getötet, Tausende wurden obdachlos“, so die Botschaft. Wegen der direkten Bedrohung der in Südossetien lebenden russischen Bürger und des drohenden Völkermordes in der Republik hätte Russland seine Streitkräfte für die Friedenserzwingung einsetzen müssen.

    „Aus irgendwelchem Grund hat es die EU für unangebracht befunden, diese Tatsache zu erwähnen. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die ‚gedeihende Wirtschaft' Georgiens und stellte dieses Land als ‚Modell demokratischer Stabilität' dar.“

    Indes seien viele Verbrechen des Regimes von Michail Saakaschwili, darunter die Militäraggression gegen Südossetien, offiziell bestätigt worden, darunter auch in einem im Herbst 2009 veröffentlichten Bericht der internationalen unabhängigen Mission zur Ermittlung von Fakten des Konfliktes in Georgien unter Leitung der schweizerischen Botschafterin Heidi Tagliavini, heißt es.

    „Wir sind davon erschüttert, was für ein kurzes und selektives Gedächtnis die Europäische Union demonstriert hat, und wir hoffen, dass sie in Zukunft von unbegründeten und politisierten Erklärungen absehen wird“, resümieren die Diplomaten.

    Zum Thema:

    Südossetien-Krieg: Russland hat konkrete Beweise für Kriegsverbrechen durch Georgien
    Krieg mit Russland um Abchasien und Südossetien ausgeschlossen – Nato-Sprecher
    Moskau warnt Tiflis vor Provokationen nach Festigung der Grenze durch Südossetien
    Nato fordert von Moskau Aberkennung der Souveränität von Abchasien und Südossetien
    Tags:
    Regime, Erklärung, Verbrechen, Sputnik, EU, Michail Saakaschwili, Heidi Tagliavini, Federica Mogherini, Südossetien, Georgien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren