08:06 22 August 2018
SNA Radio
    Russische Jagdflugzeuge des Typs Su-35S

    Moskau rechtfertigt Kampfjet-Stationierung vor Japan

    © Sputnik / Vitaliy Belousov
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2119

    Die Stationierung von russischen Jagdflugzeugen des Typs Su-35S auf der Kurilen-Insel Iturup zielt nicht auf eine Destabilisierung der Beziehungen zu Japan und in der Region im Allgemeinen ab. Das gab die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag bei einem Pressegespräch bekannt.

    „Das Vorgehen Russlands entspricht der russischen Politik, darunter auch im Bereich der Verteidigungs- und Außenpolitik. Sie ist nicht aggressiv und verfolgt nicht das Ziel, die  Beziehungen sowohl zu Japan als auch in der ganzen Region zu destabilisieren. Alles, was auf russischem Staatsgebiet vor sich geht, wird offen getan. Unsere Kollegen werden darüber informiert. Wir antworten auf ihre Fragen“, sagte Sacharowa.        

    Zuvor hatte Tokio Protest gegen Russland erhoben. Als Grund dafür dienten die Medienberichte über die Stationierung von russischen Kampfjets auf den Süd-Kurilen.

    Laut örtlichen Medienberichten wurden Mehrzweck-Jagdflugzeuge Su-35S in der vorigen Woche auf dem Flugplatz Jasny auf der Iturup-Insel in das Diensthabende System aufgenommen.   

    Iturup ist eine Insel des Kurilen-Archipels und liegt  nur rund 150 Kilometer von der nördlichsten japanischen Hauptinsel Hokkaido entfernt.

    Zwischen Russland und Japan gibt es einen Territorialstreit um die Kurilen-Inseln. Nach der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs im Zweiten Weltkrieg war der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion gefallen, was völkerrechtlich festgehalten worden war. Japan hatte die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt gehalten und deren Rückgabe gefordert.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute keinen Friedensvertrag. Stattdessen hatten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration verabschiedet, mit der der Kriegszustand beendet wurde.

    Darin hatte sich die damalige Sowjetunion als Geste guten Willens bereit erklärt, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

     

    Zum Thema:

    Japans Behörden wollen bei Schülern Interesse für Kurilen-Streit wecken
    Kurilen-Streit: Historischer Flug von Japan auf umstrittene Inseln verschoben
    Kurilen-Streit: Moskau dialogbereit – Putin sieht „verschiedene mögliche Varianten“
    Japan: Wirtschaftsprojekte werden Fortschritte im Kurilen-Streit ermöglichen
    Tags:
    Stationierung, Su-35S, Sowjetunion, Kurilen, Japan, Russland