19:07 22 Oktober 2018
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    Erneut Einmischungsvorwürfe gegen Russland – Floridas Behörden fordern Beweise

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    Die Behörden des US-Bundesstaates Florida haben am Donnerstag Erläuterungen vom demokratischen Senator Bill Nelson gefordert, der geäußert hatte, es seien bereits mehrere russische Hacker in die Wahlsysteme des Bundesstaates eingedrungen.

    Wie Nelson zuvor der Zeitung „Tampa Bay Times“ sagte, „sind sie (die Russen – Anm. d. Red.) bereits in die Systeme einiger Landkreise des Bundesstaates eingedrungen“ und könnten dort im Vorfeld der für den November angesetzten Kongress-Wahlen agieren.

    Daraufhin schrieb der Sekretär des Bundesstaates Florida, Ken Detzner, in einem Brief an den Chef des Senatsausschusses für Aufklärung, Richard Barr, dass Nelson seine Worte „durch keinerlei Beweise oder Details untermauert hat“. Detzner forderte von Barr „geheime“ Informationen zu der angeblichen Einmischung in die bevorstehenden Wahlen in Florida.

    „Das ist eine sehr ernst zu nehmende Beschuldigung, die öffentlich ohne jegliche Beweise, Informationen oder Vorabmeldungen für die staatlichen bzw. örtlichen Machtorgane in Florida erhoben wurde“, heißt es in dem Brief, den die Zeitung im vollen Wortlaut veröffentlicht hat.

    Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums der USA sagte seinerseits gegenüber der Zeitung „The Hill“, man habe in der Behörde nicht gesehen, dass die Russen Wahlsysteme gehackt hätten.

    Sekretär vs. Senator

    Diese scharfe Reaktion des Sekretärs von Florida lässt sich weniger damit erklären, dass er im Unterschied zum Demokraten Nelson Mitglied der Republikanischen Partei ist, sondern vielmehr damit, dass er als ranghöchster Beamter des Bundesstaates für die Wahlen und deren Legitimität verantwortlich ist.

    Nelsons Erklärung über einen Hackerzugriff auf das US-Wahlsystem ist die erste Behauptung dieser Art auf einem so hohen Niveau. Bis dahin hatten Vertreter der Legislativ- und Exekutivbehörden der USA, darunter auch der Geheimdienstgemeinschaft, nur behauptet, dass „Russland sich weiterhin das Ziel setzt“, sich in die Zwischenwahlen zum Kongress einzumischen, und „entsprechende Versuche unternimmt“.

    Nelson kandidiert für den US-Senat für eine weitere Sechs-Jahres-Frist. Sein Gegenkandidat bei den Wahlen ist der Republikaner Rick Scott, der Gouverneur des Bundesstaates Florida.

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    Tags:
    Wahlsystem, Beweise, Beschuldigungen, The Hill, Tampa Bay Times, Richard Barr, Russland, Florida, USA