12:41 14 August 2018
SNA Radio
    Polizeieinsatz in einem Flüchtlingslager in Bayern (Archivbild)

    Flüchtlinge in Ellwangen entziehen sich weiterhin Rückführungen

    © AFP 2018 / DPA/ Daniel Karmann
    Politik
    Zum Kurzlink
    9379

    Rund 100 Tage nach der Großrazzia in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen in Baden-Württemberg hat die Polizei immer noch Probleme, dort ausreisepflichtige Flüchtlinge abzuholen, wie Berliner Zeitung berichtet.

    Aktiven Widerstand habe es seit dem Einsatz von mehreren Hundert Beamten am 3. Mai nicht mehr gegeben, hieß es zwar bei der Polizei. Jedoch sei nach wie vor im Schnitt nur einer von fünf Versuchen erfolgreich, Flüchtlinge für Rückführungen abzuholen, zitiert das Blatt den Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung (Lea), Berthold Weiß.

    Als Grund gaben befragte Flüchtlinge sowie Mitarbeiter humanitärer Organisationen an, vor allem afrikanische Bewohner der Lea würden sich verstecken, sobald die Polizei anrücke. Es gebe in der Lea – ähnlich wie in vergleichbaren Einrichtungen – ein „bewohnerinternes Alarmierungssystem“ samt Nachtwachen, hieß es.

    Die zunächst gescheiterte Abschiebung eines Asylbewerbers aus Westafrika Ende April hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Polizisten sahen sich nach Angaben der Polizei durch eine Menge von rund 150 Flüchtlingen bedroht und zogen sich zurück. Erst ein Großeinsatz in der Landeserstaufnahme machte drei Tage später die Abschiebung möglich.

    >> Weitere Artikel: „Brot für die Welt“ kritisiert: „Augenwischerei in der Flüchtlingspolitik“

    Zum Thema:

    Migranten-Überfall war Bundeswehr-Fake – AfD verbreitet Falschmeldung trotzdem weiter
    Österreichs Innenminister nennt „alarmierende“ Aspekte der Abschiebung von Migranten
    Illegale Migranten betreten Europa und fliehen – VIDEO
    Tags:
    Flüchtlinge, Widerstand, Beamte, Polizei, Deutschland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren