23:32 15 Oktober 2018
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    Das russische Außenministerium

    Drei Schritte: Wie Russland neue US-Sanktionen kontern könnte

    © Sputnik / Natalja Seliwerstowa
    Politik
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    Washingtons Sanktionen zum „Fall Skripal“ können die härtesten seit den Zeiten des kalten Krieges werden. Im Rahmen des Gesetzes über Gegensanktionen hat Russland allen Grund, nicht weniger empfindlich zu antworten. Sein Außenministerium verspricht, spiegelgleich zu handeln, obwohl der Kreml die Diskussion über Gegenmaßnahmen für verfrüht halte.

    Außenministerium: Wie die Sanktionen – so die Antwort

    Die russische Seite wird sich mit der Ausarbeitung von Gegenmaßnahmen auf einen weiteren unfreundlichen Schritt Washingtons befassen. Dies teilte die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag mit.

    Russland werde ausgehend vom Charakter und Umfang der neuen US-Sanktionen eine entsprechende Antwort vorbereiten.

    „Es geht um Gegenmaßnahmen und nicht um die Fantasien der russischen Seite, weil sehr gewünscht werde, (die Atmosphäre) anzuheizen und die Situation in den russisch-amerikanischen Beziehungen noch mehr zu erschweren. Nichts desgleichen. Wie die Sanktionsmaßnahmen bezüglich Russlands sein werden, so werden auch die Gegenmaßnahmen sein. Die Maßnahmen werden ausgehend von den Handlungen der US-Seite ausgearbeitet“, so Sacharowa.

    Ihr zufolge hängt alles davon ab, „was sich die US-Gesetzgeber und politische Lobbyisten diesmal einfallen lassen“.

    „Ganz einfach. Sollten sie sich nichts einfallen lassen – werden wir nichts tun, sollten sie sich doch etwas  einfallen lassen – werden wir antworten, sollten sie sich etwas Extraordinäres ausdenken – so werden wir in demselben Geiste auch antworten. Die Spielregeln hat keiner aufgehoben“, erläuterte Sacharowa.

    Raketentriebwerke

    Die Agentur Bloomberg schreibt unter Verweis auf russische Quellen, dass Russland den USA mit der Einführung von Handelseinschränkungen im Rahmen des Gesetzes über Gegensanktionen antworten und insbesondere die Lieferungen von Triebwerken RD-180 einstellen könne, die in den Trägerraketen Atlas V eingesetzt werden. Von möglichen Einschränkungen in Bezug auf den Export von Triebwerken hatte der Vorsitzende des Budget-Ausschusses im Föderationsrat, Sergej Rjabuchin, gesprochen. Trotz der Sanktionen liefert Russland sie weiterhin an die USA – 2018 plante das wissenschaftliche Produktionsunternehmen „Energomasch“, zwei Lots dorthin  zu liefern.

    Titan

    Reuters nennt als eine mögliche Gegenmaßnahme die vorübergehende Einstellung des Titanexportes in die USA. Das russische Unternehmen „WSMPO-Awisma“ – der Hersteller von Titan, Barren und allen Arten von Halbprodukten aus Titanlegierungen sowie gepressten großflächigen Werkstücken aus Aluminium, Halbprodukten aus legiertem Stahl und hitzebeständigen Legierungen auf Nickelgrundlage – deckt bis zu 40 Prozent des Bedarfs an Titan des US-amerikanischen Unternehmens Boeing. Allerdings können sich laut dem Minister für Industrie und Handel, Denis Manturow, derartige Einschränkungen „negativ auf unsere Hersteller auswirken“.

    Verzicht auf Dollar

    Das Mitglied des Föderationsrates und zugleich der Vize-Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Igor Morosow, erklärte, dass Russland als Antwort auf die US-Sanktionen auf den Gebrauch von US-Dollar verzichten solle.

    „Natürlich müssen wir reagieren und in erster Linie gemeinsam mit unseren Partnern bei einer Reihe von Wirtschafts- und Integrationsprojekten vom Dollar abweichen und auf die nationale Währung umsteigen. Dies ist das, wovon auf dem jüngsten BRICS-Gipfel die Rede war. Dies wird nicht nur unsere Antwort, sondern auch die Antwort der gesamten internationalen Gemeinschaft sein, gegen die die Kriege entfesselt werden“, betonte der Senator.

    Morosow erinnerte auch daran, dass Russland bereits mit dem Iran und China zu handeln beginne und dabei die nationale Währung nutzt, denn auf dem BRICS-Niveau sei ein ganzer Pool von Reserve-Nationalwährungen geschaffen worden.

    Kreml: Zu früh, über eine Antwort zu reden

    Dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, zufolge hält der Kreml es für verfrüht, davon zu reden, welche Maßnahmen Moskau als Antwort auf neue Sanktionen der Vereinigten Staaten unternehmen werde.

    „Wir haben eine offizielle Erklärung (der USA) über sogenannte neue Sanktionen und eine gewisse hochrangige Quelle gehört, die von der Möglichkeit dieser oder jener Restriktionen in Bezug auf Russland gesprochen hatte. Daher wäre es unkorrekt, bislang wir nicht verstanden haben, wovon konkret und offiziell die Rede ist, von irgendwelchen Gegenmaßnahmen zu reden“, unterstrich der Pressesprecher.

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    Tags:
    Extraordinäres, vorzeitig, Gegenmaßnahmen, US-Sanktionen, BRICS, Boeing, WSMPO-Awisma, Energomasch, Ausschuss für Budget im Föderationsrat Russlands, Bloomberg, Russisches Außenministerium, Igor Morosow, Sergej Rjabuchin, Denis Manturow, Dmitri Peskow, Maria Sacharowa, China, Iran, Russland, USA