18:03 23 Oktober 2018
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archiv)

    Lawrow zu Pompeo: Neue Sanktionen inakzeptabel

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    Politik
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat während eines Telefonats mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo erklärt, dass Moskau neue Washington-Sanktionen wegen des „Falls Skripal“ eindeutig nicht akzeptiere. Dies teilte das russische Außenamt am Freitag mit.

    Die US-Administration hatte am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland angeblich wegen des Einsatzes von chemischen Waffen im britischen Salisbury verkündet. Den Quellen des TV-Senders NBC zufolge sieht das erste Paket ein volles Verbot für den Export elektronischer Geräte und Ersatzteile mit doppeltem Verwendungszweck nach Russland vor, das zweite Paket kann die Senkung des Grades der diplomatischen Beziehungen und ein Verbot der Flüge von „Aeroflot“ in die USA einschließen.

    „Von russischer Seite wurde eine eindeutige Nichtakzeptanz der kürzlich durch Washington angekündigten neuen Sanktionen unter Verweis auf angeblich vorhandene Informationen  über die Verwicklung Russlands in den so genannten „Fall Skripal“ geäußert. Sergej Lawrow betonte, dass weder die USA noch Großbritannien oder ein anderes Land während der nach dem Vorfall in Salisbury vergangenen Zeit irgendwelche Tatsachen zur Bekräftigung derartiger Behauptungen vorgelegt hätten“, heißt es in der Mitteilung des russischen Außenamtes.

    Am 4. Juli wurden zwei Menschen in Amesbury nach der „Einwirkung eines unbekannten Stoffes“ ins Krankenhaus gebracht. Eines der Opfer, eine Frau, war gestorben, der Mann wurde später aus dem Krankenhaus entlassen. In Scotland Yard wird behauptet, dass die beiden mit demselben Stoff vergiftet worden seien wie der Ex-Oberst von GRU, Sergej Skripal, und seine Tochter Julia.

    In der britischen Stadt Salisbury sollen am 4. März laut Behauptungen der britischen Behörden der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia mit Nervengas vergiftet worden sein, was einen großen internationalen Skandal auslöste. London machte Russland für die Vergiftung der Skripals mit dem Giftstoff A234 verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigung entschieden als völlig haltlos und unbegründet zurück.

    Mitte Mai war Sergej Skripal nach der stationären Behandlung aus dem örtlichen Krankenhaus entlassen worden, seine Tochter Julia bereits Mitte April.

    Während des Telefonats haben die beiden Amtskollegen eine Reihe anderer Fragen besprochen – die Situation in Syrien sowie Themen, die während des Treffens der beiden Präsidenten – Russlands und der USA – in Helsinki erörtert wurden.

    Das Gespräch fand auf Initiative der US-Seite statt.

    Zuvor hatte die offizielle Sprecherin des russischen Außenamtes, Maria Sacharowa, den US-amerikanischen „Set zur Verbesserung der Beziehungen zu Russland“ eingeschätzt.

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    diplomatische Beziehungen, inakzeptabel, US-Sanktionen, Export, GRU, Russisches Außenministerium, TV-Sender NBC, US-Außenministerium, Aeroflot, Julia Skripal, Sergej Skripal, Mike Pompeo, Maria Sacharowa, Sergej Lawrow, Amesbury, Salisbury, Helsinki, London, Großbritannien, Syrien, USA, Washington, Moskau, Russland