03:36 17 August 2018
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    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko

    Lukaschenko: „Russen gehen mit uns barbarisch um“

    © Sputnik / Sergej Guneew
    Politik
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    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland unlauteren Wettbewerb und Nichterfüllung von Verpflichtungen im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion vorgeworfen. Dies hat er laut der Agentur Belta beim Besuch des Betriebs „Gomselmasch“ in der weißrussischen Stadt Gomel gesagt.

    Lukaschenko wolle, dass dieser Landmaschinen-Hersteller erhalten bleibt. 

    „Wir machen heute schwierige Zeiten durch – Russland verhält sich barbarisch uns gegenüber. Das sage ich ganz offen. Sie verlangen etwas von uns, als wären wir ihre Vasallen. Und innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion EAWU, wohin sie uns eingeladen haben, wollen sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. So schaffen sie ja einen unlauteren Wettbewerb“, zitierte die Agentur Belta Lukaschenko.

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    Seines Erachtens werfe Russland den USA und der EU vor, „wettbewerbsfeindliche Vorteile“ zu schaffen, mache dabei aber dasselbe gegenüber Weißrussland.

    Die Unredlichkeit der russischen Seite bestehe auch darin, dass sie auf jegliche Art und Weise den eigenen Landmaschinen-Hersteller „Rostselmasch“ unterstütze und damit gegen die Vereinbarungen verstoße, die man innerhalb der EAWU getroffen habe.

    Lukaschenko warnte die Belegschaft von „Gomselmasch“ vor dem „sehr hohen Druck der Konkurrenz“. Er versprach, dass dieses Thema auf der bilateralen Tagesordnung von Weißrussland und Russland bleiben werde.

    Er versicherte, dass der Betrieb unterstützt werden würde, und rief zugleich seine Belegschaft auf, schneller zu arbeiten, um innerhalb von zwei bis drei Jahren den Gegenspielern voraus sein zu können. Dafür müsse man die Produktqualität weiter verbessern, die Zuverlässigkeit der Produkte erhöhen, Neuheiten entwickeln, die auch außerhalb von Weißrussland gefragt sein würden, und auch nach neuen Absatzmärkten suchen.

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    Zuvor erklärte der Ministerpräsident von Weißrussland, Andrej Kobjakow, dass beide Betriebe — „Rostselmasch“ und „Gomselmasch“ — auf übermäßige Konkurrenz verzichten sollten. Konstantin Babkin, Präsident des Verbandes „Rosspezmasch“, der die Interessen der russischen Hersteller von Landmaschinen, Straßenbautechnik und Nahrungsmittelanlagen vertritt, und Mitinhaber von „Rostselmasch“, hatte gegenüber Sputnik erklärt, dass der Verband bereit sei, mit den weißrussischen Landmaschinen-Produzenten zusammenzuarbeiten.  

    Früher hatte Lukaschenko mehrmals Moskau die Schuld an der Verschlechterung der Beziehungen zu Weißrussland gegeben, unter anderem an der Verletzung der Wirtschaftsverträge. Der Kreml hatte dies als inkorrekt bezeichnet und betont, dass Moskau und Minsk die Streitfragen, inklusive kommerzieller Fragen, in den Geschäftsverhandlungen regeln sollten.      

     

     

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    Tags:
    Betrieb, Verhandlungen, Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), Alexander Lukaschenko, Weißrussland, Russland
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