20:50 11 Dezember 2018
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    Ruinen der bosnischen Moschee Memici während des Jugoslawienkriegs (Archivbild)Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa

    Sacharowa: Westen soll endlich für Bombenangriffe auf Jugoslawien einstehen

    © AFP 2018 / Odd Andersen © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Die westlichen Länder, die in Syrien nach Spuren von C-Waffen-Einsätzen suchen, sind für die Folgen der Nato-Bombenschläge in Serbien noch nicht aufgekommen. Dies erklärte die offizielle Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa bei ihrem Besuch in Belgrad.

    Am Sonntag traf sich Sacharowa mit dem ersten Vizeministerpräsidenten und Außenminister Serbiens, Ivica Dačić, im Zentrum der Hauptstadt Belgrad.

    „Wir sehen gerade jetzt die Aussagen, welche die westlichen Länder endlos bezüglich Syriens machen. Sie sind darüber besorgt, was dort vor sich geht, suchen da ständig nach (Spuren von – Anm. d. Red.) einem Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Regierung“, merkte Sacharowa an.

    Obwohl es respektabel sei, dass sich die westlichen Staaten so stark um die humanitäre Lage im Nahen Osten kümmern, sollte man jedoch im Auge behalten, dass es „humanitäre Folgen auch in Europa“ gebe, räumte die Pressesprecherin ein.

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    „Wenn der Westen darüber spricht, sollte man vielleicht in erster Reihe das behandeln, was er auf dem europäischen Kontinent getan hat, und die Verantwortung für diese Aktionen übernehmen“, so Sacharowa.

    Zuvor hatte Sacharowa erörtert, dass serbische Bürger für die Folgen der Nato-Bombardierungen im Jahr 1999, bei denen abgereichertes Uran verwendet worden war, entschädigt werden müssen, denn solche Entschädigungen werden bereits den Soldaten der Allianz gezahlt.

    Das Parlament Serbiens hatte Mitte Mai die Zusammensetzung der Kommission genehmigt, welche die Folgen der Nato-Bombardierungen für die Bevölkerung des Landes ermitteln soll.

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    1999 hatte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten von der paramilitärischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ einerseits und der jugoslawischen Armee und Polizei andererseits die Nato-Bombenangriffe auf Jugoslawien zur Folge gehabt, das damals aus Serbien und Montenegro bestand. Die Nato-Luftschläge dauerten vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 an. Die genaue Opferzahl dieser Operation ist bis heute nicht bekannt. Nach Angaben der serbischen Behörden kamen dabei etwa 2.500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. Weitere 12.500 Menschen wurden verletzt

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    Der materielle Schaden des Nato-Einsatzes wird auf 30 bis 100 Milliarden US-Dollar geschätzt. Jener Militäreinsatz wurde ohne Genehmigung des UN-Sicherheitsrates durchgeführt. Als Anlass dafür galt die Behauptung der westlichen Länder, die jugoslawischen Behörden hätten ethnische Säuberungen in der autonomen Provinz Kosovo unternommen und dort eine humanitäre Katastrophe provoziert.

     

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    C-Waffen-Angriff, humanitäre Hilfe, Verantwortung, Bombenangriffe, Uran, Russisches Außenministerium, NATO, Ivica Dačić, Maria Sacharowa, Westen, Jugoslawien, Kosovo, Syrien, Serbien