12:11 17 Oktober 2018
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    Der russische Präsident Wladimir mit seinen kasachischen (l.) und turkmenischen (r.) Amtskollegen beim Gipfeltreffen der kaspischer Anrainerstaaten in Aktau

    Britische Medien sehen Russlands militärische Übermacht hinter Kaspi-„Grundgesetz“

    © Sputnik / Alexej Nikolskij
    Politik
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    Nach der Unterzeichnung der Konvention der fünf kaspischen Anrainerstaaten haben britische Zeitungen ihre eigenen Schlussfolgerungen aus dem historischen Treffen gezogen.

    Die Zeitung „The Financial Times“ behauptet, die Unterzeichnung der Konvention gebe der Marine Russlands mehr Kontrolle über die kaspischen Gewässer als zuvor.

    „Russland hat zugesagt, die Zusammenarbeit mit dem Iran und seinen zentralasiatischen Nachbarn durch eine bahnbrechende Vereinbarung über die Aufteilung des Kaspischen Meeres auszubauen, was möglicherweise den Weg für lang anhaltende Energieprojekte bereiten und Russlands militärische Übermacht über den größten See der Welt bestätigen würde“, schreibt „The Financial Times“.

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    Der Autor des „FT“-Artikels glaubt, Russland habe das Kaspische Meer längst als seinen Einflussbereich betrachtet. Jedoch räumt er ein, die fünf Staaten hätten sich zu einer weitgehenden Zusammenarbeit verpflichtet.

    „Am Sonntag unterzeichneten sie einen Vertrag, um eine Ressource zu verwalten, die große Kohlenwasserstoffvorkommen enthält und eine Brücke zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten und Europa bildet“, so „The Financial Times“.

    Die Zeitung „The Guardian“ merkt an, das unterzeichnete Dokument werde als lebenswichtig für die Beseitigung des „Isolationsgefühls“ des Iran nach den US-Sanktionen betrachtet.

    Zudem wird im Artikel daran erinnert, dass Diplomaten die Kaspi-Konvention als ein regionales „Grundgesetz“ bezeichnet hätten.

    „Ein rechtsverbindliches Abkommen, das die kaspischen Staaten davon abhält, ihre Grenzen für Angreifer von Drittstaaten – wie die USA oder die Nato – zu öffnen oder jegliche ausländische Militärpräsenz in den kaspischen Gewässern zuzulassen, ist ein Triumph für Putin. Für Rohani ist eine strategische Darstellung der russischen Unterstützung dringlicher“, verlautbart „The Guardian“.

    Die Boulevardzeitung „Daily Express“ stimmt der Ansicht zu, dass die Vereinbarung angesichts der jüngsten US-Sanktionen gegen den Iran „zur rechten Zeit“ für Teheran sei.

    Die Zeitung betont jedoch unter Berufung auf einen Experten, dass obwohl die Konvention den Weg für neue Vorhaben ebnen könne, sie aber auch wieder die Gefahr von übrig gebliebenen Öl- und Gasfeldern und auf Eis gelegten Gewinnungsprojekten berge. Der Experte, Ashley Sherman, behauptet, dass dieser „beispiellose Meilenstein“ nur kurzfristig einen begrenzten Produktionsschub bringen würde.

    Zuvor hatte der US-Nachrichtensender CNN die Unterzeichnung der Konvention als einen großen Sieg für Moskau bezeichnet. Denn Russland erhalte damit nicht nur die die Gelegenheit, Öl- und Gasfelder auszubeuten, sondern auch Pläne im Nahen Osten umzusetzen.

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    Die Präsidenten von fünf kaspischen Anrainerstaaten – Russland, Kasachstan, Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Iran – haben die Konvention über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres am Sonntag in Aktau unterzeichnet.

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    Tags:
    Energielieferungen, Gewässer, Kontrolle, Gasförderung, Ölförderung, Aufteilung, Konvention, Marine Russlands, The Guardian, Financial Times, Daily Express, Naher Osten, Kasachstan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Iran, Russland, Kaspisches Meer