Widgets Magazine
11:21 21 August 2019
SNA Radio
    Eine Kombination aus deutscher und russischer Flagge, Berlin

    US-Sanktionen bringen Moskau und Berlin einander näher – NYT

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
    Zum Kurzlink
    101144

    Am 18. August treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin. Laut der Zeitung „The New York Times“ weist der anstehende Gipfel darauf hin, dass alle Länder, sogar US-Partner, auf die „unberechenbare Diplomatie“ von Donald Trump reagieren müssen.

    NYT zitiert den Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, der Syrien, die Ukraine und Nord Stream 2 als Themen des Putin-Merkel-Gesprächs genannt habe.

    „Aber Analytiker sagten, dass hinter den ausführlichen Stichworten des Treffens ein Versuch stehen könnte, Bündnisse zu stärken und Ideen darüber auszutauschen, wie man am besten auf die Strafzölle Trumps reagieren könnte“, räumt der NYT-Autor ein.

    Die Zeitung erinnert den Leser daran, dass Putin und Merkel bereits im Mai zusammen gekommen waren.

    „Ich würde dieses Treffen in einem größeren, globalen Kontext sehen… Nicht als ein Signal der Erwärmung von Beziehungen zwischen Berlin und Moskau.  Aber sie haben gemeinsame Interessenpunkte, wo sie zunehmend kooperationsbereit sind“, zitiert „The New York Times“ den Leiter der Programme für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

    Zugleich führt das Blatt die Worte von Experten an, denen zufolge der Putin-Merkel-Gipfel ein Zeichen davon sei, dass „Feinde und Verbündete der USA auf die weitreichenden Strafzölle und unberechenbare Diplomatie der Trump-Administration“ reagieren würden.

    Vor allem handle es sich bei der anstehenden Zusammenkunft um den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2, die Deutschland mit russischem Gas ohne Transit durch die Ukraine und Polen beliefern würde.

    Obwohl Berlin seine Sanktionen gegen Moskau noch aufrechterhalte, seien Russland und Deutschland durch eine lange Geschichte verbunden, unterstreicht die Zeitung. Dazu zähle das Erbe von zwei Weltkriegen, die Existenz der DDR und die fast drei Millionen Russlanddeutschen, die das Recht auf Staatsangehörigkeit hätten.

    „Auch Frau Merkel und Herr Putin haben eine lange, wenn auch manchmal schwierige Geschichte, die bis vor ihren Amtsantritt im Jahr 2005 zurückreicht. Sie spricht fließend Russisch, er spricht fließend Deutsch“, so die Zeitung weiter.

    Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (Archiv)
    © Sputnik / Michail Klimentjew
    Der Autor vermutet, dass Merkel versuchen könnte, ihr Ansehen in Deutschland mithilfe einer Vereinbarung zu verbessern, die die Heimkehr einiger syrischer Flüchtlinge vorsehen würde.

    „Angesichts der Rolle, die Moskau bei der Unterstützung von dem Präsidenten Baschar al-Assad von Syrien gespielt hat, wäre eine Beteiligung Russlands (beim Treffen solch einer Vereinbarung – Anm. d. Red.) erforderlich“, erläutert NYT.

    Darüber hinaus gebe es Befürchtungen, dass neue US-Sanktionen gegen Russland die Tätigkeit deutscher Unternehmen in dem Land beeinträchtigen könnten.

    „Ich sehe keine Veränderungen in den Beziehungen zwischen Moskau und Berlin. Aber in bestimmten, spezifischen Fragen arbeiten sie enger zusammen, hauptsächlich als Antwort auf die US-Außenpolitik, die wir aus Washington kommen sehen“, meint der Geschäftsführer des Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    New York Times, Angela Merkel, Wladimir Putin, USA, Deutschland, Russland