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    3sat zeigt Dokumentarfilm mit russischer Krim auf Landkarte

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    In einem auf dem TV-Sender 3sat ausgestrahlten Dokumentarfilm ist die Krim auf einer Landkarte als Teil der Russischen Föderation dargestellt worden. In dem Film geht es um Sibirien. Die Karte sollte dabei nur die Reiseroute der Dokfilmer veranschaulichen. Bislang ist nicht bekannt, ob es sich bei der Darstellung der Krim um ein Versehen handelt.

    Zu besten Sendezeit um 20.15 Uhr lief am 15. August auf dem öffentlich-rechtlichen TV-Sender 3sat der Dokumentarfilm „Sibirien Total“ des deutschen Filmemachers Dave D. Leins. Der Regisseur begab sich für den Film zusammen mit dem Schweizer Russlandkorrespondenten Christof Franzen auf eine Reise nach Sibirien. In der Dokumentation wird zur Illustration der Reiseroute mehrmals eine Karte der Russischen Föderation eingeblendet. Russisches Territorium wird hier orange dargestellt (siehe Abbildung). Links unten auf der Karte ist allerdings auch der Zipfel, der die Halbinsel Krim darstellt, orange eingefärbt. „Sibirien Total“ ist in voller Länge in der Mediathek von 3sat zu sehen. Die Karte Russlands mit der dazugehörigen Krim wird beispielsweise in den Minuten 2.30 und 15.05 eingeblendet.

    3sat zeigt auf Karte Krim als russisch
    3sat zeigt auf Karte Krim als russisch

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    Die russische Zeitung Expert interpretiert dies in einem Artikel auf ihrer Website als eine Anerkennung der Zugehörigkeit der Krim zu Russland.

    Offiziell erkennt die EU das Referendum über die Angliederung der Krim an die Russische Föderation nicht an. In dem am 16. März 2014 durchgeführten Referendum über den Status der Krim sprachen sich bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 % dem amtlichen Endergebnis zufolge 96,77 % der Abstimmenden für einen Anschluss an Russland aus.

    Seit 1772 war die Krim, nachdem sie von der Zarin Katharina II. vom Osmanischen Reich erobert wurde, Teil des russischen Reiches. 1954 wurde sie jedoch vom damaligen sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert. Nach der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine wurde das Gebiet 1992 zur Autonomen Republik Krim innerhalb des ukrainischen Staates erklärt. Seit 2014 ist die Krim Teil der Russischen Föderation.

    Die Ukraine selbst legt großen Wert darauf, dass die Halbinsel Krim auch weiterhin international auf Landkarten als ukrainisches Territorium gekennzeichnet wird. In der Vergangenheit kam es zu Skandalen, als in Frankreich ein Weltatlas und in Großbritannien und Kasachstan Geographie-Schulbücher mit einer als russisch gekennzeichneten Krim herausgegeben wurden. 2017 wurde die Krim in einem Deutsch-Lehrbuch, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausgegeben wurde, in den Farben Russlands dargestellt. Das BAMF hat das Buch daraufhin „mit sofortiger Wirkung von der Liste der zugelassenen Lehrwerke genommen“.

    Ob im Falle der Kartendarstellung in dem Dokumentarfilm „Sibirien Total“ ein Versehen vorliegt oder ob die Autoren sich bewusst für diese Darstellung entschieden haben, ist bislang unklar. Der Film selbst ist eher unpolitisch und konzentriert sich auf die Menschen und die Natur Sibiriens. Für den Regisseur Dave D. Leins war die Reise seine erste Russland-Erfahrung.

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    Ebenso ist nicht bekannt, ob der auftraggebende TV-Sender 3sat der Ausstrahlung des Films mit der Karte, auf der die Krim zu Russland gehört, zugestimmt hat oder ob die Verantwortlichen dies übersehen haben. Normalerweise wird jeder Film, der bei einem öffentlich-rechtlichen Sender gezeigt wird, vor der Veröffentlichung mehrmals abgenommen und freigegeben.

    3sat ist eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF, dem österreichischen ORF und dem Schweizer Radio und Fernsehen und kann von knapp 40 Millionen Haushalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfangen werden.

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    Tags:
    Landkarte, Doku, Film, Referendum, Unabhängigkeit, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), ZDF, EU, Krim, Russland, Ukraine