12:33 21 November 2018
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    Ukrainischer Turbinenhersteller Motor Sitsch (Archivbild)

    Schon wieder Russland? – Kiew antwortet auf US-Verratsvorwürfe

    © Sputnik / Marina Lystseva
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    Der ukrainische Turbinenhersteller Motor Sitsch hat am Samstag die Vorwürfe der US-Zeitung „The Washington Times“ kommentiert, wonach das Unternehmen Kampfflugzeug-Triebwerke an China verkauft und damit die USA verraten haben soll. Dafür macht Kiew schon wieder Russland verantwortlich.

    „Nur ein Blinder sieht nicht, dass hinter diesem Presserummel das Lobbyieren der Interessen russischer Hersteller steckt (…). Solche Methoden weisen alle Merkmale einer unlauteren Konkurrenz auf“, zitiert das Portal „061.ua“ die Mitteilung des Turbinenherstellers.

    Wie es ferner heißt, hat das Unternehmen nach den Ereignissen im Jahr 2014 (Beginn des Ukraine-Konfliktes – Anm. d. Red.) den traditionellen Absatzmarkt in Russland verloren. Würde Motor Sitsch den Vertrag mit China über die Lieferung von Triebwerken AI-222 kündigen, würde Peking solche Triebwerke in Russland kaufen.

    Zudem wurde betont, dass der Verzicht auf den chinesischen Absatzmarkt durch die Ukraine nicht die Einsatzfähigkeit der chinesischen Luftwaffe beeinflussen, aber zur Verschlechterung der Situation in der ukrainischen Luftfahrtbranche und zur Entlassung von Motor-Sitsch-Mitarbeitern führen würde.

    Zuvor hatte die US-Zeitung „The Washington Times“ der Ukraine vorgeworfen, Kampfflugzeug-Triebwerke an China verkauft zu haben, was in den USA nicht gerade auf Begeisterung stößt. Ein US-Experte spricht demnach sogar von einem „Messerstich in den Rücken“.

    Nach Angaben der Zeitung hatte der ukrainische Turbinenhersteller Motor Sitsch bereits 2016 einen Deal mit China abgeschlossen. Der Vertrag im Wert von 380 Millionen US-Dollar soll die Lieferung von insgesamt 250 Triebwerken vorsehen.

    Der China-Experte und ehemalige Berater des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, William Triplett, ist laut dem Blatt über den Triebwerk-Verkauf empört: Die Ukraine helfe damit China, seine Probleme bei der Herstellung von Turbinen zu lösen.

    Ein weiterer China-Experte, Rick Fisher vom International Strategy and Assessment Center, äußerte gegenüber dem Blatt die Meinung, dass Washington Druck auf Kiew ausüben sollte, damit der Verkauf nicht zustande komme.

     

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    Triebwerk, Portal 061.ua, The Washington Times, Senat, Motor Sitsch, Rick Fisher, William Triplett, USA, China