13:47 10 Dezember 2018
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    Kirill Wyschinski im Gericht

    Wyschinski ist Geisel „welkenden Ratings“ von Poroschenko – russischer Politiker

    © Sputnik / Stringer
    Politik
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    Das Mitglied des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik Jewgeni Rewenko erklärt die Verhaftung des Leiters von RIA Novosti Ukraine Kirill Wyschinski mit einem „großen politischen Spiel“ des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

    Am Freitag, 24. August, wird Kirill Wyschinski bereits 100 Tage in Haft verbracht haben, nachdem ihm die Unterstützung der selbsterklärten Volksrepubliken im Donbass und Landesverrat vorgeworfen worden waren.

    Die ukrainischen Behörden sperren den Zugang von russischen Konsulatsangestellten zu ihm unter dem Verweis, dass er ein Bürger der Ukraine sei.

    Mehr zum Thema: Ukraine: Journalisten werden für Wahrheit ins Gefängnis geworfen und getötet>>>

    „Kirill (Wyschinski) wurde zur Geisel eines großen politischen Spiels, des welkenden Ratings von Petro Poroschenko. Der amtierende Präsident hat bald Wahlen vor sich. Für ihn ist es überlebenswichtig, ein Bild von Russland als einen Feind zu schaffen und zu unterstützen“, erläuterte Jewgeni Rewenko gegenüber Sputnik.

    Für Poroschenko sei es wichtig, die Ukraine von unabhängigen und objektiven Informationen über die Geschehnisse im Land und jenseits der Grenzen abzuschotten.

    Laut dem Duma-Abgeordneten spricht auch die Tatsache für die Geisel-Theorie, dass nach Wyschinskis Festnahme einige Vorschläge ans Licht gekommen seien, den Journalisten gegen „Menschen, die in Russland Freiheitsstrafen für die Vorbereitung von Terroranschlägen bekommen hatten“ auszutauschen. 

    „Alle diese 100 Tage wurden Kirill und seine Familie unter unglaublichen Druck gesetzt. Man drängt ihn dazu, sich zu bekennen, was er nie gemacht hat. Die Vorwürfe sind absurd. Praktisch wird ihm die Arbeit des Journalisten zur Last gelegt: Das Sammeln und die offizielle Verbreitung von Informationen, die nicht immer den heutigen offiziellen Stellungnahmen Kiews entsprechen“, führte Rewenko fort und äußerte seine Unterstützung für Kirill und seine Verwandten.

    Rewenko behauptet, dass die journalistische Gemeinschaft und russische Behörden ihren Druck auf Kiew auch mittels internationaler Organisationen fortsetzen müssten, um Wyschinski zu befreien.

    Der ukrainische Geheimdienst SBU hatte am 15. Mai Kirill Wyschinski vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen und noch in der Nacht nach Cherson gebracht. Dem Journalisten werden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen Wyschinski bis zu 15 Jahre Haft.

    Andere Sputnik-Artikel: Poroschenko ruft Putin an — Kremlchef fordert sofortige Journalisten-Freilassung>>>

    Der Kreml hat die Handlungen der Ukraine entschieden verurteilt und Antwortmaßnahmen versprochen. Moskau richtete eine Protestnote mit der Forderung an Kiew, die Gewalt gegen Medienvertreter zu stoppen.

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    Inhaftierte, Journalist, Politik, Festnahme, Geisel, RIA Novost Ukraine, Staatsduma, Kirill Wyschinski, Jewgeni Rewenko, Petro Poroschenko, Russland, Ukraine