08:45 18 Januar 2019
SNA Radio
    Politik

    VIDEO: Russlands Schuld wieder erwiesen – ZDF mit neuer Gruselstory zur US-Wahl 2016

    Zum Kurzlink
    Andreas Peter
    3426319

    Das ZDF hat sich erneut ausgetobt, um eine angebliche russische Einmischung in die letzten US-Präsidentschaftswahlen zu beweisen. Leider sind diese „Beweise“ erneut nichts weiter als Verdächtigungen, Unterstellungen und persönliche Meinungen. Die Dokumentation „Trump und Putin Verschwörung gegen Amerika“ hat sich Andreas Peter angesehen.

    Und weitere 45 Minuten verschwendete Lebenszeit. Die ewig gleichen Beschuldigungen und Denunzierungen, ohne echte Beweise.

    Die Verteidiger des Rechtsstaates erheben neuerdings Verdächtigungen zu Beweisen. Und Journalisten wie die Autoren plappern das bedenkenlos nach, indem sie aus "die Ermittler sind sich sicher" das Urteil "fest steht" zaubern.  

    Nur zwei halbwegs satisfaktionsfähige Protagonisten kommen zu Wort, James Comey, ehemaliger FBI-Direktor und Rolf Mowatt-Larssen, früherer CIA-Resident in Moskau. Aber auch sie denunzieren nur und verwechseln persönliche Überzeugungen mit Beweisen.

    Die Doku präsentiert eine perfide Strategie. Nicht die vom US-Milliardär Robert Mercer finanzierte Firma Cambridge Analytica hat die US-Wahlen manipuliert, obwohl das, im Gegensatz zur angeblichen Einmischung Russlands, bewiesen ist, sondern eine Allianz aus russischen Geheimdiensten, Trump-Wahlkampfteam und Wikileaks. Mit Hilfe dubioser „Experten“ werden die Russen und Wikileaks auch zu Schuldigen für das schäbige Ausbooten von Bernie Sanders in der Demokratischen Partei gemacht.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Erneut Einmischungsvorwürfe gegen Russland – Floridas Behörden fordern Beweise

    Sprachlos macht die These, die als „grab the pussy“ bekannt gewordenen sexistischen Attacken von Donald Trump seien eine russische Ablenkung vor Beweisen für russische Kontakte Trumps. 

    Für solchen Unfug stehen zwei Namen in dieser Doku.

    Erstens: Clinton Watts, der von Verschwörungstheoretikern im Westen als DER Experte für russische Einmischung gefeiert wird. Watts spricht weder Russisch noch war er jemals dort. Er kann auch keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu Russland vorweisen. Dafür ist er der Erste beim Fingerzeigen auf Russland. Das könnte daran liegen, dass er ein Ziehkind von fanatischen Kalten Kriegern ist. Watts firmiert gern als Ex-Special-Agent des FBI, aber vor allem hat er für die ominöse, rechtsextreme Denkfabrik FPRI – Foreign Policy Research Institute gearbeitet. Die ist von obskuren österreichischen Emigranten wie Robert Strausz-Hupé oder Stefan Possony gegründet worden, mit finanzieller Unterstützung, wie könnte es anders sein, durch die CIA. 

    >>Andere Sputnik-Artikel: US-Senator: Keine Nachweise für Trump-Russland-Komplott

    Das FPRI huldigt „gewinnbaren Nuklearkriegen“. In einem Vortrag meinte Watts, die USA sollten islamistische Terrorgruppen in Syrien unterstützen, um die Russen zu bestrafen. Als das bekannt wird, beschuldigt er russische Bots der Urheberschaft.  

    Der Autor des Online-Portals „Alternet“, Max Blumenthal, ein Sohn eines engen Vertrauten von Hillary Clinton, beschrieb Watts so:

    “Er ist genauso sehr ein Experte russischer Angelegenheiten wie Harvey Weinstein eine glaubwürdige Stimme des Feminismus ist.”

    Der andere Kronzeuge heißt John Schindler und war Professor am Naval War College in Newport sowie NSA-Mitarbeiter. Ob er dort mit Edward Snowden zusammengearbeitet hat, wissen wir nicht. Aber Schindler ist einer der aggressivsten Kritiker von Snowden, der enthüllt hat, mit welchen flächendeckenden Methoden die NSA Millionen Menschen überwacht, ausspioniert und das Internet und die öffentliche Meinung manipuliert. Überhaupt scheint Schindler Whistleblower zu verabscheuen. In gehässigen Kommentaren machte er sich über die offen als Transsexuelle lebende Chelsea Manning und den offen schwul lebenden Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald lustig. 

    Aber so sind sie, die besonders unabhängigen Experten. Doppelmoralisten. Im Austeilen die Größten, im Einstecken weinerliche Memmen.

    2014 wurde John Schindler überführt, einer Frau im Internet mindestens ein Foto seines Penis mit anzüglichen Bemerkungen geschickt zu haben. Zum Verzicht auf seine Professur musste er mehr oder weniger gezwungen werden, nachdem er zunächst noch den Ahnungslosen und Unschuldigen spielte. Davon in der ZDF Doku kein Wort. Dabei hätte man das doch auch bequem den Russen in die Schuhe schieben können. Die Briten haben im Fall Skripal doch vorgemacht, wie das geht, liebe Kollegen beim ZDF.

    Das üben wir aber noch mal.

    Zum Thema:

    Amerikaner kapitulieren vor russischen Hackern: „Putin kriegt, was er will“
    „Schwindel“: Trump über Vorwürfe zu Russlands „Wahleinmischung“
    Trump: Fake-Medien wollen Konfrontation zwischen Russland und USA
    Tags:
    Whistleblower, Einmischung, ZDF, FBI, CIA, Julian Assange, James Comey, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Mehr Videos

    • Nordkoreanische Studenten (Archivbild)
      Letztes Update: 08:40 18.01.2019
      08:40 18.01.2019

      Russland dementiert: Keine Raketenabwehr-Technologien an Nordkorea geliefert

      Als erdacht und unbegründet hat Russlands Botschafter in Pjöngjang, Alexander Mazegora, die Erklärungen in einem Pentagon-Bericht über angebliche Einkäufe russischer Raketenabwehr-Technologien durch Nordkorea bezeichnet. Die USA wollten damit ihre destabilisierende Politik bezüglich der internationalen Sicherheit rechtfertigen, sagte er der Presse.

    • Wladimir Putin besucht Dom des Heiligen Sava in Belgrad
      Letztes Update: 07:57 18.01.2019
      07:57 18.01.2019

      Serbien bejubelt Putin: 130.000 Menschen begrüßen russischen Staatschef in Belgrad

      Rund 130.000 Menschen haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Donnerstagabend vor dem Dom des Heiligen Sava in Belgrad begrüßt. Das erfuhr Sputnik vom serbischen Innenministerium.

    • Erdöl
      Letztes Update: 07:26 18.01.2019
      07:26 18.01.2019

      Saudi-Arabien will Milliarden in Russland investieren

      Saudi-Arabien plant laut seinem Energieminister Khalid al-Falih umfangreiche Investitionen in Russland. Milliarden von US-Dollarn sollen aus der Goldmonarchie in die russische Gasindustrie und die Petrochemie fließen.

    • Olaf Scholz (l.) mit Chinas Vizepremier Liu He in Peking
      Letztes Update: 06:39 18.01.2019
      06:39 18.01.2019

      Olaf Scholz berät in China über engere Kooperation

      Der deutsche Vizekanzler Olaf Scholz verhandelt in China über gegenseitigen Zugang für Banken und Versicherungen – immer vor dem Hintergrund von Brexit und Handelsstreit, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag. Nach dem Handels- sollen auch im Finanzsektor Hürden fallen.