15:03 24 September 2018
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    Nato-Militärübung in Norwegen (Archivbild)

    So kann Russland auf größtes Nato-Manöver in Arktis antworten – russischer Diplomat

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    Der Sondergesandte des russischen Außenministeriums und Botschafter Russlands beim Arktischen Rat, Wladimir Barbin, hat die seit 2002 größte Militärübung der Nato in der Arktis kommentiert und mögliche Gegenmaßnahmen Russlands angekündigt.

    „Von Oktober bis November dieses Jahres findet auf dem Territorium Norwegens im Nordatlantik die seit 2002 größte Militärübung der Nato statt, an der etwa 40.000 Menschen, 150 Kampfjets und 70 Kriegsschiffe teilnehmen werden“, sagte Barbin auf dem internationalen Forum „Army 2018“.

    Laut dem Botschafter ist die Arktische Region auch von der Verschärfung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen betroffen. Gegen arktische Projekte der Öl- und Gasindustrie seien Sanktionen eingeführt worden, Militärkontakte seien unterbrochen worden, es werde ein Kurs zur aktiven Einbeziehung der Nordatlantischen Allianz in die Angelegenheiten der Region sowie zur Verstärkung der Nato-Präsenz in der Nähe der russischen Grenze gefahren, so der Botschafter.        

    „Im Juli 2018 wurde die Vereinbarung über die Schaffung eines neuen Kommandos der alliierten Streitkräfte der Nato mit Hauptquartier in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia getroffen“, sagte der Diplomat weiter. Das neue Kommando werde für den gesamten Fragenkomplex zum Schutz der Versorgungsleitungen in der arktisch-atlantischen Zone zuständig sein.

    Darüber hinaus hätten die USA ihre 2011 aufgelöste Zweite Flotte reaktiviert, deren Verbände größtenteils im Nordteil des Atlantiks stationiert seien, betonte Barbin. 

    „Wir müssen alle diese Faktoren berücksichtigen und die notwendigen Antworten rechtzeitig erarbeiten; sowohl diplomatische, als auch militärische. Dabei halten wir uns weiter an unsere Wahl: eine gesittete und durch Verhandlungen erfolgende Lösung aller strittigen Fragen zur Gewährleistung von Frieden und Stabilität in der Arktis durch die Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit“, unterstrich der russische Botschafter. 

    Die Einheiten der Nato-Länder, die an der seit Jahren größten Militärübung der Allianz „Trident Juncture“ teilnehmen werden, treffen bereits in Norwegen ein, wo im Herbst bei dem geplanten Manöver mehr als 40.000 Militärs des Bündnisses eingesetzt werden sollen. Zuvor hatte der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, Curtis Scaparrotti, erklärt, die großangelegte Nato-Übung werde die Möglichkeiten der Allianz zur Eindämmung Russlands demonstrieren.

    Mehr zum Thema: US-Soldaten werden für Krieg gegen Russland gedrillt      

    Seit einigen Jahren verweist Russland auf den beispiellosen Aufschwung der Nato-Aktivitäten an seinen westlichen Grenzen. Die Nato tritt im Gegenzug mit immer neuen Initiativen auf, deren Ziel „die Eindämmung der russischen Aggression“ sei. Moskau brachte häufig seine Besorgnis über den Ausbau der Nato-Kräfte in Europa zum Ausdruck. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, unterstrich immer wieder, dass Russland für andere Länder ungefährlich sei, aber auf potenzielle Gefahren für seine Interessen reagieren müsse.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bezüglich der Vorwürfe, Russland würde sich aggressiv verhalten, gesagt, dass dies nichts anderes als eine Ausrede sei, denn die Aktivitäten der Nato im Ostseeraum seien viel umfangreicher als die von Russland. Zudem würden die USA für ihre Verteidigung wesentlich mehr als alle anderen Länder der Welt ausgeben.

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    Tags:
    Angelegenheiten, Eindämmung, Militärkontakte, Verstärkung, Militärübung, Verhandlungen, Verteidigung, Zusammenarbeit, Army-2018, Arktischer Rat, NATO, Curtis M. Scaparrotti, Dmitri Peskow, Wladimir Putin, Westen, Europa, Norwegen, Atlantik, Ostsee, USA, Russland