13:12 22 September 2018
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    US-Senator John Mccain vor der US-Flagge (Archivbild)

    „Er war gut im Russland-Hassen“ – Politiker würdigen „ehrlichen Feind“ McCain

    © AFP 2018 / Gabriel Bouys
    Politik
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    Mehrere russische Politiker haben trotz Meinungsdifferenzen den verstorbenen US-Politiker John McCain gewürdigt.

    „Senator McCain ist gestorben. Er war gut in seinem Hass gegen Russland. Er ist ein Symbol für das moderne, offenkundige antirussische Denken. Sein Grundansatz: Russland kann nichts Anderes als feindlich sein. Ein gutes Russland ist ein totes Russland“, schreibt Oleg Morosow vom Auswärtigen Ausschuss des russischen Föderationsrates (Parlamentsoberhaus) auf seiner Facebook-Seite.

    McCain habe im Grunde verkündet, dass Russland unverbesserlich sei. „Egal wie sehr wir uns bemühten, zu gefallen, egal wie sehr wir uns beugten, wie sehr wir dem Westen unsere Liebe schworen, was wir innerhalb der ganzen 90er Jahren auch getan haben – niemals werden wir gut genug sein. Feinde für die Ewigkeit“, so Morosow. Das sei McCains Logik gewesen.

    „Ein Feind ist gestorben. Erweisen wir ihm eine letzte Ehre für seine ehrliche Feindseligkeit, für seinen ehrlichen Hass, für seine Unnachgiebigkeit. Andere tun nur so, als ob. Dieser nahm kein Blatt vor den Mund. Er lehrte uns, uns selbst und Amerika besser zu verstehen.“

    Zum Tod des US-Senators äußerte sich auch Leonid Sluzki, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma:

    „US-Senator John McCain ist verstorben. Er war kein Freund oder Verbündeter Russlands, im Gegenteil, er war unser leidenschaftlicher Opponent. McCain – einer der markantesten Repräsentanten der amerikanischen Falken.“

    Die Konfrontation mit Russland habe einen großen Teil seiner Tätigkeit im US-Kongress ausgemacht.

    „Man muss aber auch sagen, dass dies ein mutiger und prinzipientreuer Mann war, ein Patriot seines Landes, dem zu seinen Lebzeiten viele schwere Prüfungen zuteil geworden sind. Beileid an die Familie und Freunde des Senators und das gesamte amerikanische Volk“, betonte Sluzki.

    Laut dem Сhef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates (Russlands Oberhaus), Konstantin Kossatschjow, sei McCain ein „Spiegelbild der eigenen Epoche“ gewesen. Einer Ära des Kalten Krieges, wo der Hauptfeind Russland war und ist. McCain sei eine unübersehbare Persönlichkeit und ein ideologisierter Politiker gewesen. „Ideologisiert – aber nicht ideologisch prinzipienfest… Seine einzige Ideologie war tatsächlich ‚Beschütze deinesgleichen und schlage Fremde‘“. Als eine neue Epoche anbrach, habe er sich einen Platz an der politischen Sonne gesucht und dies mit alterprobten Mitteln gemacht und die „Gotterwähltheit“ und Einzigartigkeit Amerikas gegenüber dem Rest der Welt behauptet.

    „Senator John McCain ist tot. Mit einer unerklärlichen und unbegreiflichen Abneigung gegen Russland stach er unter den amerikanischen Politikern hervor. Ihm gefiel die Tatsache der Existenz Russlands nicht. Alles geschieht durch Allahs Willen. Russland war, ist und bleibt bestehen!“, schrieb der Präsident der nordkaukasischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow.

    Kurz nach dem Mord am libyschen Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 twitterte der US-Senator John McCain an Wladimir Putin: „Lieber Wlad, gratuliere zum Beginn des arabischen Frühlings in Moskau! Wird der Rote Platz bald in Tahrir-Platz umbenannt?“

    Der US-Republikaner und parteiinterne Kritiker von US-Präsident Donald Trump, John McCain, ist am Samstag im Alter von 81 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Er litt an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Am Freitag ist bekannt geworden, dass McCain sich entschlossen hat, die Behandlung einzustellen. Der Politiker hinterlässt seine Frau Cindy und sieben Kinder.

    McCain war seit 1987 Senator für den Bundesstaat Arizona. 2008 hatte er sich um das Präsidentenamt beworben, aber gegen Barack Obama verloren. McCain galt als einer der schärfsten Trump-Kritiker. Der republikanische US-Senator war für seine harte antirussische Haltung bekannt. 2017 hatte er Russland als eine größere Bedrohung für die Welt als die Terrormiliz Daesh* (auch Islamischer Staat, IS) bezeichnet.

    * Islamischer Staat (auch IS) – eine in Russland verbotene Terrororganisation

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