13:54 22 September 2018
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    Ukrainischer Ex-Marinechef Sergej GaidukUkrainische Regierungskräfte an der Asowschen Küste östlich der Hafenstadt Mariupol

    Moskau mal wieder schuld? Kiews Ex-Marinechef über „provozierte Krawalle“ in Ukraine

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    Der ehemalige Befehlshaber der ukrainischen Seestreitkräfte, Vize-Admiral Sergej Gaiduk, hat Russland vorgeworfen, die Häfen von Mariupol und Berdjansk am Asowschen Meer unter ökonomischen Druck zu setzen mit dem Ziel, Volkskrawalle zu provozieren.

    Russland „realisiert eine Strategie des Chaos“, sagte Gaiduk gegenüber dem ukrainischen Fernsehsender „Espreso TV“.

    „Wir müssen uns klar darüber werden, dass in diesen Häfen bis zu 5000 Menschen arbeiten, die soziale Aktionen durchführen könnten, sollten sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Das heißt, es kann zu sozialen Schwankungen unter der Bevölkerung kommen (…)“, erläuterte Gaiduk.

    Die Situation werde dadurch, dass Mariupol unweit vom Donbass liege, noch komplizierter, fügte er hinzu.

    „… Östlich von Mariupol ist unsere Küstengruppierung stationiert, die sich täglich Gefechtsbegegnungen mit dem Gegner liefert. Westlich von Mariupol und in der Stadt selbst kommt es zu Volksunruhen unter der Bevölkerung, weil die Menschen Arbeit und damit auch die Möglichkeit verlieren, den Unterhalt für ihre Familien zu gewährleisten …“, so der Vize-Admiral.

    Das ist nicht die erste Beschuldigung dieser Art gegen Moskau seitens pensionierter ukrainischer Militärs. Zuvor hatte der ehemalige Vize-Chef des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte, Igor Romanenko, erklärt, Russland habe einen Plan zur „Eroberung“ des südlichen und des östlichen Teils der Ukraine parat. Besondere Sorge bereiten ihm die vor der Asowschen Küste agierenden russischen Schnellboote, die mit Kalibr-Marschflugkörpern ausgerüstet sind.

    Politologen und andere Experten sind jedoch der Meinung, dass Russland es nicht nötig habe, eine militärische Expansion zu unternehmen. Das Ziel derartiger Erklärungen sei es, „in Massenmedien in Erscheinung zu treten in der Hoffnung, sich irgendeine politische Zukunft zu sichern“.

    Bereits früher hatte der stellvertretende ukrainische Minister für „besetzte Territorien“, Georgi Tuka, erklärt, Kiew könne der russischen Seekriegsflotte im Asowschen Meer lediglich ein obszönes Handzeichen entgegenhalten. Daher plane es, den UN-Sicherheitsrat oder die Nato um ein Marine-Geleit zu ersuchen, so Tuka.

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    Beschuldigungen, Segej Gaiduk, Mariupol, Russland, Ukraine