01:46 16 Dezember 2018
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    „Anschauliches Beispiel“: Wer handelt wie in Syrien – Lawrow

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    Politik
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    Die US-Angriffe gegen Syrien, die ohne Beweise für den Chemiewaffen-Einsatz seitens Damaskus geführt wurden und den gesamten Regelungsprozess im Land gefährdeten, sind ein klares Beispiel dafür, wer in Bezug auf diesen nahöstlichen Staat wie vorgeht. Dies teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag mit.

    „Was die Vorwürfe gegen Syriens Regierung bezüglich des Chemiewaffen-Einsatzes angeht, sind bislang keine Beweisen vorgelegt worden, auch nicht in Bezug auf den viel beachteten Vorfall in der Stadt Duma am 7. April dieses Jahres. Dort sind weder Spuren von C-Waffen-Einsätzen noch Opfer oder Verletzte und Zeugen gefunden worden“, sagte Lawrow in einem Interview mit der slowakischen Zeitung „Pravda“.

    Es seien aber Diejenigen bekannt, die an dem von den „Weißhelmen“ inszenierten Video der angeblichen „Rettung derer, die unter den chemischen Angriffen litten“, teilnahmen, unterstrich der Chefdiplomat.

    „Trotz des Mangels an Beweisen haben die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in Verletzung der grundlegenden Prinzipien des internationalen Rechts sowie des Geistes und des Buchstaben der UN-Charta am 14. April massive Raketen- und Bombenangriffe auf syrisches Territorium geführt, was den gesamten Prozess der Regelung in dem Land gefährdete. Das ist ein anschauliches Beispiel, das zeigt, wer in Bezug auf Syrien wie handelt.“

    Oppositionelle syrische Internetportale hatten Anfang April über einen Chlorgas-Einsatz mit Dutzenden Toten in der damals noch von Rebellen kontrollierten Ortschaft Duma östlich von Damaskus berichtet, aber keine Beweise vorgelegt.

    Ihre Informationen wurden schnell von westlichen Medien und Spitzenpolitikern aufgegriffen, die die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für die angebliche Attacke verantwortlich machten. Damaskus weist diese Anschuldigungen bis heute entschieden zurück.

    Dabei hatte der Generalstab der russischen Streitkräfte noch am 13. März von einer durch militante Kämpfer in Ost-Ghuta vorbereiteten Provokation mittels Inszenierung eines C-Waffen-Einsatzes berichtet.

    Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum 14. April Raketenschläge gegen syrische Regierungsobjekte geführt, die nach ihrer Behauptung für die Produktion chemischer Waffen genutzt würden. Damaskus hat wiederholt erklärt, dass das gesamte C-Waffen-Arsenal unter OPCW-Kontrolle aus Syrien abtransportiert worden sei.

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    Tags:
    Syrien-Regelung, Vorwürfe, Chemiewaffen-Angriff, Weißhelme, Sergej Lawrow, Damaskus