11:57 15 Dezember 2018
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    ein deutscher Militärausbilder in dem Irak (Archiv)

    Neue Bundeswehr-Mission im Irak: Details bekannt

    © AFP 2018 / SAFIN HAMED
    Politik
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    Die deutsche Bundesregierung hat am heutigen Mittwoch einen Bericht beschlossen, der neue Details über den Ausbau der Bundeswehraktivitäten im Irak enthält. Darüber berichtet der Spiegel.

    Die neue Mission wurde demnach am 11. August eingeleitet: Ein kleines Ausbilderteam begann mit einem Pilotenlehrgang für irakische Soldaten im Camp TaJi nahe Bagdad. Die Soldaten der irakischen Armee sollen in ABC-Abwehr, Logistik, Truppenführung, Minenräumung und Sanitätswesen trainiert werden.

    Zuvor hatte die Bundesregierung den Termin des Einsatzes nicht genannt.

    Schwerpunkt der Operation sollen die Standorte Taji und zeitweilig auch in Besmaja sein. Beide Standorte werden zurzeit von Irakern und ausländischen Soldaten genutzt und gesichert.

    Neben Taji soll auch der Standort Besmaja zu einem Schwerpunkt der Operation werden.

    Die deutschen Militärs sollen in Jordanien fest stationiert werden und für Lehrgänge von sechs bis acht Wochen in den Irak fliegen. Somit solle der Personalaufwand reduziert werden, Die Absicherung und Versorgung der deutschen Soldaten werde von internationalen Partnern gewährleistet.

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    Mit der Mission wolle Berlin den Irak weiter stabilisieren, obwohl die Bundesregierung die Lieferungen moderner deutscher Waffen an die irakische Armee bisher abgelehnt habe – im Unterschied zu den kurdischen Einheiten, die von Deutschland im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ massiv unterstützt worden seien, so der „Spiegel“.

    Der Bericht warnt unter anderem auch vor Schwierigkeiten, die mit der bevorstehenden Mission verbunden seien: Der irakischen Armee mangele es an einem funktionierenden Führungssystem und an der Logistik.

    Ein weiteres Problem würden schiitische Milizen darstellen, wie die sogenannten Volksmobilisierungskräfte mit fast 15.000 Mann unter Waffen, die massiv an der Vertreibung des IS teilgenommen hätten, enge Beziehungen zum Iran hätten und nicht unter dem Befehl von Bagdad stehen würden.

    Trotz der Empfehlungen für die deutschen Soldaten, sich von diesen unkontrollierten Milizen fernzuhalten, werde es schwierig sein, diese Kräfte von der irakischen Armee zu trennen, denn die Milizionäre würden sich unter die „normale Armee“ mischen, heißt es.

    Zudem betont der Bericht die Probleme mit der Menschenrechtslage im Lande: Rechtsstaatliche Grundsätze würden bei der Verfolgung von vermutlichen IS-Anhängern keine große Rolle spielen.

    Die Bundeswehr bildet bereits seit 2014 die kurdischen Peschmerga-Truppen im Nordirak aus und liefert ihnen Waffen.

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    Tags:
    Soldaten, Ausbildung, Logistik, ABC, IS, Irak, Deutschland