17:07 18 September 2018
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    Demo in Chemnitz

    Kubicki nach Chemnitz-Kommentar im Kreuzfeuer der Kritik

    © REUTERS / Matthias Rietschel
    Politik
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    "Die Wurzeln für die Ausschreitungen liegen im 'Wir schaffen das' von Kanzlerin Angela Merkel", hatte Wolfgang Kubicki (FDP) mit Blick auf die Vorkommnisse in Chemnitz in einem Zeitungsinterview gesagt. Dafür muss der Vize-Präsident des Bundestags Kritik einstecken, bekommt aber auch Zuspruch.

    Mit diesen Worten spielt Kubicki auf den Ausspruch der Kanzlerin über die Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge im Sommer 2015 an. Für den FDP-Politiker liegt darin der Ursprung der gewalttätigen Aufmärsche in der sächsischen Stadt.

    SPD-Chefin Andrea Nahles bezeichnete die Aussagen Kubickis als „unsäglich“ und kündigte an, der Ältestenrat  des Bundestages werde die Sache thematisieren. Kubicki sagte daraufhin der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe mich in gleicher Weise vom rechten wie vom linken Mob distanziert, etwas, was ich bei einigen Sozialdemokraten schmerzhaft vermisse.“ Der Jurist empfahl Nahles, sich auf den Wiederaufbau der Sozialdemokratie zu konzentrieren.

    >>Andere Sputnik-Artikel: „Wir sind zu wenig radikal“: Rief Staatssekretärin Chebli zu linker Gewalt auf?

    Kritik an sächsischer Polizei sowie an Abschiebepolitik

    Auf Facebook gab er sein komplettes Zitat wieder: Demnach hatte er ein konsequentes Vorgehen gegen jene gefordert, die rechtsfreie Räume schaffen wollten, und hatte auch die Polizei, die sächsische Landesregierung und die deutsche Abschiebepolitik kritisiert, letzteres namentlich mit Blick auf Grüne und SPD.

    Kritik musste Kubicki allerdings auch parteiintern einstecken. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wie Kubicki FDP-Vize, sagte der „HuffPost“ mit Blick auf ihren Parteifreund: „Schuldzuweisungen unter Demokraten sind daneben und helfen nur den Rechten. Schuld an den Ausschreitungen sind nicht einzelne Äußerungen der Bundeskanzlerin, sondern Radikalität und Gewaltbereitschaft der Extremen.“

    Auch auf Twitter bekommt der FDP-Vize sein Fett weg:

    Und es gibt Widerspruch:

    Auch FDP-Mitglieder distanzieren sich von Kubicki. Er bekommt aber auch Beistand:

    Das eine rechtfertige nicht das andere, meint dieser Twitter-User:

    Die Grünen wähnen sich im Bilde:

    >>Andere Sputnik-Artikel: Chemnitz ist überall – Deutschland bleibt in Flüchtlingsfrage gespalten und ratlos

    Andere werfen Kubicki “fremdgehen” vor…:

    … oder einfach Dummheit:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
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    Tags:
    Flüchtlinge, Radikalismus, Kritik, Extremismus, Migranten, Polizei, Die Grünen, Twitter, FDP, SPD, Wolfgang Kubicki, Andrea Nahles, Angela Merkel, Chemnitz, Deutschland