18:22 23 September 2018
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    AfD-Chef Alexander Gauland (Archiv)

    AfD-Chef Alexander Gauland zu Chemnitz: „Normal, dass Menschen ausrasten“

    © AFP 2018 / Christof STACHE
    Politik
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    Äußerungen der AfD zu den Ausschreitungen in Chemnitz schlagen gerade hohe Wellen. Erst der Tweet des AfD-Bundestagsabgeordneten Frohnmaier, der die Demonstrationen als Bürgerpflicht bezeichnete, nun Gauland, der die Reaktion der Menschen für „normal“ hält. Wegen eines anderen Posts der AfD ruft der Journalistenverband nach dem Verfassungsschutz.

    Der Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland Alexander Gauland hat gegenüber der Zeitung „Die Welt“ zu den Protesten in Chemnitz geäußert:

    "Wenn eine solche Tötungstat passiert, ist es normal, dass Menschen ausrasten".

    >>Andere Sputnik-Artikel: Mord und Menschenjagd in Chemnitz: „Erschreckende Szenen“ – AfD fordert Rücktritt

    Gauland verteidigte auch den Tweet seines Fraktionskollegen Markus Frohnmaier, der bereits am Sonntag, unmittelbar nach der Gewalttat in Chemnitz und den ersten Demonstrationen, für Empörung gesorgt hatte

    Gauland meinte dazu in dem Interview mit Die Welt:

    "Selbstverteidigung ist mit Sicherheit nicht Selbstjustiz. Nichts anderes ist gemeint."

    AfD unter Beobachtung vom Verfassungsschutz?

    Ein Facebook-Post des AfD-Kreisverbandes im Hochtaunuskreis sorgte wiederum für Empörung beim Journalistenverband. Der AfD-Verband hatte am Dienstag geschrieben:

    "Bei uns bekannten Revolutionen wurden irgendwann die Funkhäuser sowie die Pressehäuser gestürmt und die Mitarbeiter auf die Straße gezerrt – darüber sollten die Medienvertreter hierzulande einmal nachdenken, denn wenn die Stimmung endgültig kippt, ist es zu spät."

    Der Deutsche Journalisten-Verband forderte daraufhin in einer Pressemitteilung das Bundesamt für Verfassungsschutz auf, die Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu beobachten.

    DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall sieht in dem Posting den „bisherigen Gipfel an Journalistenhass und Widerwärtigkeit, der einmal mehr zeigt: Für die AfD sind wir Journalisten der Gegner.“ Eine Partei, die sich so offensiv gegen das Grundrecht der Pressefreiheit stelle wie die AfD, gehöre unter die Beobachtung durch den Verfassungsschutz, so Überall.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Kubicki nach Chemnitz-Kommentar im Kreuzfeuer der Kritik

    Inzwischen ist der Post des AfD-Kreisverbandes von Facebook gelöscht worden.

    In Chemnitz wird seit dem Mord an einem 35-Jährigen am Sonntagmorgen fast täglich demonstriert. Für Samstag hat die AfD zu einem Trauermarsch in der sächsischen Großstadt aufgerufen.

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    Tags:
    Pflicht, Bürger, Selbstverteidigung, Sicherheit, Facebook, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Markus Frohnmaier, Alexander Gauland, Chemnitz, Deutschland