17:05 22 März 2019
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    „Was erlaubt sich der Russe!“ – Springerpresse wegen russischer Marine in Panik

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    Andreas Peter
    „Wostok 2018“: Das größte Militärmanöver in der Geschichte Russlands (18)
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    Die Verlegung eines Verbandes der russischen Schwarzmeerflotte vor die Küste Syriens und die lange angekündigte Militärübung „Wostok 2018“ im September lässt die beiden wichtigsten Zeitungen des Axel-Springer-Konzerns nicht schlafen. In gewohnt marktschreierischer Manier titeln und schreiben „Bild“ und „Welt“ als stünde der Weltuntergang bevor.

    Die beiden Springer-Flaggschiffe BILD und WELT machen wieder in Alarmismus. "Bild"-Pöbler vom Dienst, Julian Röpcke, demonstriert virtuelle Schnappatmung wegen eines russischen Flottenverbandes, den er mit dem Attribut "riesig" adelt. Die etwas seriösere Konzernschwester "Welt" titelt ebenfalls mit einer superlativierenden Überschrift. Beide Meldungen sind klassische "Haltet-den-Dieb!"-Rufe. Der Verband umfasst nach Angaben der russischen Zeitung "Iswestja" 12 Schiffe. Er soll die Offensive der syrischen Armee in der Region Idlib unterstützen. Das ist ein vielleicht keine allgemeine Begeisterung auslösender Fakt, aber entspricht der militärischen Praxis.

    Was die "Bild" geflissentlich verschweigt: Die USA lassen Flottenverbände im Mittelmeer operieren, ausdrücklich zur Unterstützung von paramilitärischen Einheiten in Syrien, die vom Westen gerne als "gemäßigte" Rebellen tituliert werden. Damit sind Gruppierungen gemeint, die schon morgen Terrororganisationen sein können, wenn sie sich gegen ihre Geldgeber wenden. Wir kennen das schon von Gruppierungen wie Taliban, Al Qaeda oder ISIS.

    Im Mittelmeer ist die 6.US-Flotte aktiv, mit rund 40 Kriegsschiffen und U-Booten. Die russische Schwarzmeerflotte, aus der jener von der "Bild" erwähnte Flottenverband stammt, umfasst rund 50 Kriegsschiffe und U-Boote. Er ist in seinen Aktivitäten im Mittelmeer eingeschränkt, aufgrund der vom Nato-Staat Türkei kontrollierten Bosporus-Passage. Die USA verstärken ihre 6.Flotte für die Unterstützung ihrer Verbündeten in Syrien immer wieder mit Flottenverbänden, für die das Röpckesche Dramaattribut "riesig" noch zu klein ist.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Droht direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und dem Westen?

    Erst im April 2018 stieß ein Verband rund um den Flugzeugträger "Harry S Truman" zu den Einheiten der 6.Flotte hinzu. Er bestand aus deutlich mehr Schiffen und anderen Kräften als der jetzige nach Syrien fahrende russische Flottenverband. Im bulgarischen Warna wurde jetzt ein supermodernes US-Transport- und Landungsschiff präsentiert, das selbstredend nicht ohne Grund genau jetzt und in der Nähe Syriens in der Öffentlichkeit gezeigt wurde.

    Auch die Meldung der "Welt" über das russische Großmanöver "Wostok" wirkt komplett albern, wenn das Springer-Blatt miterwähnt hätte, dass schon kurze Zeit nach dem russischen Manöver die Nato in Norwegen ein Manöver durchführt, das alles in den Schatten stellt, was der Nordatlantikpakt seit dem Ende des Kalten Krieges an Kriegsspielen aufgeführt hat.

    "Trident Juncture" wird seit Monaten intensiv vorbereitet und wird riesige militärische Einheiten beinahe aller Nato-Staaten und auch von Nichtmitgliedsstaaten der Region zusammenführen. Die Kosten sind immens. Alleine die Bundeswehr kalkuliert ihre Teilnahme derzeit auf mindestens 90 Millionen Euro.

    Und natürlich muss sich Russland keinerlei Sorgen machen, dass dieser Riesenaufmarsch militärischer Kapazitäten vor seiner Haustür irgendeine Gefahr oder Bedrohung darstelle. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass der offizielle Trailer der norwegischen Armee für das Manöver "Trident Juncture" gerade deshalb wie die Werbung für eine Kreuzreise wirkt.

    >>Andere Sputnik-Artikel: „Klare antirussische Intention“: Sacharowa zu Nato-Übung in Norwegen und Nordatlantik

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    Rebellen, Manöver, Wostok-2018, 6. US-Flotte, IS, Taliban, NATO, Syrien, USA, Russland
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