10:46 22 September 2018
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    Menschen passieren den Ort in Chemnitz, an dem ein 35-jähriger Mann am Sonntag grausam getötet wurde

    Mehrheit der Deutschen hält Rechtsradikalismus für ostdeutsches Problem

    © AFP 2018 / DPA/ Alexander Prautzsch
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    Die Mehrheit der Deutschen hält laut einer Umfrage den Rechtsradikalismus im Osten des Landes für ein größeres Problem als im Westen.

    66 Prozent der Befragten äußerten in einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“, dass der Rechtsradikalismus in den neuen Bundesländern verbreiteter sei. Nur 21 Prozent sahen das anders.

    Selbst in Ostdeutschland stimmten 57 Prozent der Umfrage-Teilnehmer diesem Standpunkt zu. 39 Prozent verneinten jedoch, dass diese Schwierigkeiten im Osten größer seien als im Westen.

    66 Prozent der Befragten gaben wiederum an, dass sich die Lage in Deutschland nach der Migrationskrise 2015 verschlechtert habe. Nur 17 Prozent finden, dass sich ihr Land positiv entwickelt.

    Für 82 Prozent der Deutschen ist das öffentliche Klima in den letzten Jahren deutlich rauer geworden. Nur elf Prozent stimmen dem nicht zu. Zugleich fühlt sich jedoch die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) in ihrem Land genauso sicher wie 2015. Unsicher fühlen sich 36 Prozent.

    Proteste gegen Migranten

    Proteste gegen Ausländer finden nur 27 der Befragten in Ordnung. Die Mehrheit (66 Prozent) hat dafür kein Verständnis. Interessant aber: Die überwältigende Mehrheit der Deutschen (71 Prozent) hält Proteste gegen Gewalttaten von Ausländern für richtig. Nur 21 Prozent bewerteten diese als falsch.

    Zuvor hatte Bundesaußenminister Heiko Maas den Deutschen Bequemlichkeit im Umgang mit Rassismus vorgeworfen, die bekämpft werden müsse.

    500 repräsentativ ausgewählte Bürger wurden am Donnerstag für die Emnid-Studie befragt.

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    Tags:
    Ausländer, Umfrage, Proteste, Rassismus, Rechtsradikale, DDR, Ostdeutschland, Deutschland