01:05 19 September 2018
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    Ukraine-Gipfel im Februar 2015: Der französische Präsident Francois Hollande verlässt den Palast der Unabhäbngigkeit in Minsk

    „Ganz Weißrussland lag doch in Schutt und Asche“: Minsk beschämt Hollande

    © Sputnik / Viktor Tolotschko
    Politik
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    Mit seinen vor kurzem erschienenen Memoiren sorgt Francois Hollande weiter für Ärger. Nach Moskau weist nun auch die weißrussische Regierung Behauptungen des französischen Ex-Präsidenten als „nicht objektiv“ und „unwahr“ zurück.

    In seinem Buch „Les Leçons du pouvoir" (dt. „Die Lehren der Macht“) erinnert sich Hollande unter anderem an den Ukraine-Krisengipfel 2015 in Minsk. Damals hatten der russische Präsident Wladimir Putin, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Frankreichs Staatschef Francois Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, nach einem 15-stündigen Verhandlungsmarathon ein Dokument unterzeichnet, das die Umsetzung der Minsker Friedensabkommen fördern sollte.

    Hollande habe in seinem Buch die Zustände bei dem Krisengipfel "nicht objektiv" beschrieben, „einige Sachen sind nicht wahr“, sagte der weißrussische Außenminister Wladimir Makej am Montag dem Nachrichtenportal tut.by.

    Besonderen Anstoß nahm er an Hollandes verächtlichen Äußerungen über den Minsker Palast der Unabhängigkeit. Der französische Alt-Präsident hatte den Austragungsort des Gipfels als „seelenlos“ bezeichnet.

    „Herr Hollande meinte anscheinend, dass der Minsker Palast nicht so pompös ist wie seine ehemalige Residenz, der Elysee-Palast“, kommentierte Makej.

    „Anders als Frankreich, das von Faschisten (deutsche Wehrmacht – Anm. d. Red.) in weniger als einem Monat erobert wurde und wo nach dem Zweiten Weltkrieg fast all Paläste, Kirchen und andere historischen Denkmäler erhalten geblieben sind, lag ganz Weißrussland einschließlich Minsk nach vier Monaten Widerstand in Schutt und Asche.“

    Auch konnte es sich Makej nicht verkneifen, über Hollandes Kritik am Menü des Gipfels zu monieren. Der französische Ex-Staatschef hatte nämlich von „ekelhaften Brötchen“ geschrieben.

    Laut Makej beschreibt Hollande die Situation nicht offenherzig genug und lässt wichtige Details weg.

    „Als der weißrussische Präsident vorschlug, zu Abend zu essen, stimmte der französische Präsident dem freudig zu. Doch Frau Bundeskanzlerin (Angela) Merkel blickte Hollande ernst an und sagte: Es gibt keine Zeit für das Abendessen, lasst uns lieber arbeiten. Verlegen folgte Hollande gehorsam Merkel.“

    Russlands Präsident Wladimir Putin (Archivbild)
    © Sputnik / Mikhail Klimenteev
    Weil die Gäste somit auf das Abendessen verzichtet hätten, habe man ihnen Brötchen, serviert, erzählte Makej. Er gestand, dass zwar „keine Austern, Froschschenkel und auch keine Tauben“ im Angebot gewesen seien. Doch seien sie mit Würstchen, Käse, Lachs und Störfleisch belegt gewesen.

    Zuvor hatte bereits der Kreml Hollandes Behauptung, der russische Präsident Wladimir Putin habe bei dem Gipfel seinem ukrainischen Amtskollegen Poroschenko gedroht, in Zweifel gezogen. Er sei bei fast allen Gesprächen dabei gewesen, habe so etwas aber nicht gehört, sagte Kreml-Sprecher Peskow am Freitag.

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    Tags:
    Normandie-Format, François Hollande, Weißrussland, Frankreich, Ukraine