08:24 19 Dezember 2018
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    Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa

    Giftanschlag auf Skripal: Moskau reagiert auf „Russen“-Bilder von Scotland Yard

    © Sputnik / Witali Ankow
    Politik
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    Nach den neuen Vorwürfen aus London ruft Moskau die britischen Behörden dazu auf, im Fall Skripal endlich eine Zusammenarbeit einzugehen, um das schwere Delikt aufzuklären.

    Sechs Monate nach dem angeblichen Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter in Salisbury hat die britische Polizei am Mittwoch Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei den beiden soll es sich um russische Geheimdienstmitarbeiter handeln, hieß es aus London.

    „Die über Medien veröffentlichen Namen und Bilder sagen uns gar nichts“, kommentierte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Mittwoch.

    „Wir rufen die britische Seite ein weiteres Mal dazu auf, von öffentlichen Anschuldigungen und informationellen  Manipulationen zu einer praktischen Zusammenarbeit der Rechtsschutzbehörden überzugehen“, sagte sie.

    Bereits nach dem Vorfall in Salisbury im März habe Russland „zahlreiche Anfragen“ nach London geschickt, so Sacharowa weiter. Derlei schwere Verbrechen ließen sich nur durch „sorgsame Analyse aller Daten“ und eine „enge Zusammenarbeit“ aufklären.

    Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

    Die britische Premierministerin Theresa May machte umgehend die russische Regierung für das mutmaßliche Attentat verantwortlich und ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung. Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus, erklärte sich dabei aber wiederholt bereit, bei den Ermittlungen zu helfen. Die britischen Behörden winkten ab.
    Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland zu präsentieren, tat das bis zu seinem Rücktriff im Juli aber nicht. Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte im April mit, dass eine russische Herkunft des Nervengifts nicht nachweisbar sei.

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    Giftmord, Julia Skripal, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland