11:34 22 September 2018
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    Außenministerium Russlands (Archivbild)

    „Trolling auf Gottes Niveau“: Moskau über Widersprüche auf Fotos der Skripal-„Killer“

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Bei den Informationen über zwei Männer, denen die Verwicklung in die Vergiftung des russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia vorgeworfen wird, gibt es Ungereimtheiten. Darauf verwies die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa bei einem Interview mit dem TV-Sender „Rossija-1“.

    Sacharowa verwies darauf, dass die verdächtigten Männer auf verschiedenen Screenshots von Überwachungsvideos vor einem identischen Hintergrund in einem schmalen Korridor aufgenommen worden seien. Auch der Zeitpunkt der Aufnahmen sei der gleiche, sagte sie.

    Entweder seien das Datum und der genaue Zeitpunkt in die Aufnahmen eingefügt worden, oder die angeblichen,Mitarbeiter‘ des russischen Militäraufklärungsdienstes GRU seien in der Lage, sich gleichzeitig an einem und demselben Ort im Korridor zu befinden, obwohl das physisch gesehen unmöglich sei.

    „Die Bilder der zwei Personen sind jedoch auf zwei verschiedenen Fotos festgehalten", spottete Sacharowa. „Wissen Sie, das ist schon ein Trolling von göttlichem Niveau", fügte sie hinzu.

    Die Fotos müssten nach der Ankunft der Männer geschossen worden sein, nahm Sacharowa an. Deshalb müssten die Verdächtigen ein britisches Visum bekommen haben. Bevor die britischen Behörden über die Ausstellung eines Visums entscheiden würden, würden sie biometrische Daten sowie andere Informationen sammeln, erinnerte die Sprecherin die Zuschauer. Am Mittwoch habe das russische Außenministerium den britischen Botschafter in Moskau, Laurie Bristow, einbestellt und ihn darum ersucht, diese Informationen mitzuteilen. Bristow habe sich jedoch geweigert, dies zu tun.

    Zudem behaupte London, über Informationen zu dem Datum und der Nummer des Fluges zu verfügen, mit dem die Verdächtigen angeblich nach Großbritannien gekommen sein sollen. In diesem Zusammenhang zeigte Sacharowa sich darüber erstaunt, dass London Russland diese Informationen bislang nicht mitgeteilt hatte. Russland hätte seinerseits auch mit der Suche beginnen können, betonte Sacharowa.

    Trotz der „totalen Flegelei" der britischen Behörden sei Moskau nach wie vor zur Zusammmenarbeit mit London im „Fall Skripal" bereit, hob Sacharowa hervor.

    Zuvor hatte London FOtos von zwei vermutlichen Verdächtigen in der Causa Skripal veröffentlicht. Dabei solle es sich angeblich um die russischen Geheimdienstler Alexander Petrow und Ruslan Boschirow handeln, hieß es. Das russische Außenministerium sagte, die angegebenen Namen würden Moskau „nichts sagen" und rief die britische Seite dazu auf, von Anschuldigungen und informationellen Manipulationen zu einer praktischen Zusammenarbeit überzugehen.

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