02:00 19 September 2018
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    der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja

    „Beweisloser Lügen-Cocktail“: London enttäuscht Moskau mit Causa Skripal

    © Sputnik / Nänsi Sisel
    Politik
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    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die Anschuldigungen, die bei einer der Causa Skripal gewidmeten Sitzung des US-Sicherheitsrates gegen Russland erhobenen wurden, scharf kritisiert.

    „Wir haben so gehofft, dass wir heute etwas Überzeugendes hören würden, was Licht auf diesen verworrenen Vorfall wirft. Leider sind unsere Erwartungen enttäuscht worden“, so der Diplomat.

    Demzufolge handelte es sich in den heutigen Reden um „die gleiche Ansammlung von Lügen“: von Russlands Sicherheitsdiensten angeblich bedrohte Doppelagenten, „Übungen“ russischer Sicherheitsdienste im C-Waffen-Einsatz, „Entwicklung von Giftkampfstoffen“ in Russland, Cyberattacken, versuchter „Staatsumsturz“ in Mazedonien und vieles andere mehr.

    „Ich werde diesen ganzen beweislosen Lügen-Cocktail nicht aufzählen“, sagte Nebensja.

    Londons Anschuldigungen gegen Russland

    In einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung unterstützen die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands, der USA und Kanadas die neuen Anschuldigungen gegen Russland im Skripal-Fall, die zuvor von London veröffentlicht wurden. Laut der Erklärung sollen die beiden tatverdächtigen Russen Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU sein oder gewesen sein. Ebenfalls glauben die Regierungen, „dass diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde“.

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    Konkrete Beweise für die Behauptungen in der gemeinsamen Stellungnahme wurden jedoch nicht genannt. Dennoch betrachtet London laut der britischen UN-Vertreterin Karen Pierce die Möglichkeit, die Sanktionen gegen Russland erneut auszuweiten.

    Moskau hält die Vorwürfe der britischen Regierung der Vergiftung der Skripals für inakzeptabel, ist dennoch zur Zusammenarbeit bei den Ermittlungen bereit, gab der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bekannt.

    „Russen“ im Fall Skripal

    Zuvor hatte London Fotos von zwei vermutlichen Verdächtigen in der Causa Skripal veröffentlicht. Dabei soll es sich angeblich um die russischen Geheimdienstler Alexander Petrow und Ruslan Boschirow handeln, hieß es. Das russische Außenministerium sagte, die angegebenen Namen würden Moskau „nichts sagen“, und rief die britische Seite dazu auf, von Anschuldigungen und informationellen Manipulationen zu einer praktischen Zusammenarbeit überzugehen.

    Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

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    C-Waffen, Stoff A234, GRU, Sergej Skripal, Wassili Nebensja, Kanada, Großbritannien, Deutschland, USA, Frankreich, Russland