06:56 20 September 2018
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    Britische Polizei in Salisbury (Archivbild)

    Nato bat Skripal um „faule“ Angaben über Russland – Experte

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    Politik
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    Die Aufklärungsdienste der Nato-Länder haben versucht, von dem im britischen Salisbury vergifteten Ex-Doppelagent Sergej Skripal „faule“ Informationen über Russland zu erhalten. Das sagte der Generalmajor a.D. des russischen Geheimdienstes FSB Alexander Michajlow gegenüber Sputnik.

    „Skripal hat die Geheimdienste seit langem verlassen, und er kennt keine Geheimnisse mehr. Im Hinblick darauf, dass sogar die ‚New York Times‘ anerkennt, dass die russische Spionageabwehr die Aktivitäten von Residenten auf dem Territorium der Russischen Föderation vollständig lahmgelegt hat, befinden sich alle Geheimdienste der Welt in derselben Lage. Ich bin mir dessen sicher, dass bestimmte Nachrichtendienste der Nato-Länder versucht haben, von Skripal zumindest ‚faule‘ Informationen zu erhalten“, sagte Michajlow.

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    Zuvor hatte die US-Zeitung „New York Times“ berichtet, Skripal soll in den letzten Jahren mit der spanischen Aufklärung gearbeitet haben. Über seine Besuche in Spanien klärte ein hochrangiger Beamter auf, der aber keine zusätzlichen Informationen zur Verfügung stellte.

    Nach Angaben der Zeitung half der Ex-Doppelagent den spanischen Behörden bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Die Zeitung verweist darauf, dass sich nach dem Zerfall der Sowjetunion mehrere russische Kriminelle in Spanien befunden hätten.

    Ein Ex-Beamter der spanischen Polizei, der anonym bleiben wollte, sagte gegenüber der „New York Times“, dass es in Spanien zunächst große Probleme bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität gab, weil die Behörden keine Vorstellung gehabt hätten, wie die Kriminellen in Russland agieren. Dank Skripal und dem Ex-FSB-Offizier Alexander Litwinenko, der 2006 in London vergiftet worden war, hätten sie ein genaueres Bild von diesem Phänomen bekommen.

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    Die Beamten präzisierten nicht, ob Skripal ein Agent der spanischen Aufklärung war oder nur Vorlesungen hielt, wie in Estland und der Tschechischen Republik.

    Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März im britischen Salisbury vergiftet worden, was einen großen internationalen Skandal provoziert hatte. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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    Bekämpfung, Kriminalität, Arbeit, Informationen, Angaben, Aufklärung, NATO, Sergej Skripal, Spanien, Russland