00:07 20 September 2018
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    „Einfalt“ statt „Vielfalt“: CDU-Bundestagsabgeordnete will keine Muslime in Partei

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    Politik
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    Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann hat wegen ihrer Aussagen zur Unvereinbarkeit zwischen Islam und einer Mitgliedschaft in der CDU scharfe Kritik seitens ihrer Parteikollegen geerntet. Trotzdem sieht sie laut der rechtskonservativen Zeitung „Junge Freiheit“ keinen Grund, sich für ihre Worte zu entschuldigen.

    In einem Interview mit dem Blatt erklärte Bellmann, der Glaube an den Islam sei unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in der CDU. Als Anlass für die Aussage soll die Debatte um die mögliche Spitzenkandidatur der Moslemin Aygül Özkan (CDU) für die Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 gedient haben.

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    „Gilt nicht für Muslime der Islam als die einzig wahre Religion <…>? Ist nicht jeder Muslim zum ‚Heiligen Krieg‘ verpflichtet, bis die ganze Welt zum ‚Haus des Islams‘ geworden ist? Richtet sich dieser Glaubenskrieg nicht gegen Ungläubige, Christen und Juden, weil der strafende Allah jeden Nichtmuslim verdammt?“ schrieb die Abgeordnete in einem Gastbeitrag für das evangelische Magazin „Idea“.

    Das gelte auch für säkulare, nichtpraktizierende Moslems. „Heute geben sie sich säkular und morgen doch wieder streng gläubig“, sagte Bellmann der „Jungen Freiheit“.

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    Nach dieser Erklärung forderte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) Bellmann auf, sich bei Aygül Özkan „und bei allen Muslimen, die sich in der Union engagieren“, zu entschuldigen. Andernfalls solle sie ihr Bundestagsmandat niederlegen, da sie dieses der CDU verdanke, schreibt die „Junge Freiheit“.

    Demzufolge erwiderte Bellmann, dass sie Özkan nicht persönlich angesprochen, sondern „lediglich grundsätzliche Verständnisfragen zum des Verhältnis Islam – Union gestellt“ habe. Sie sehe auch keinen Anlass, ihr Bundestagsmandat niederzulegen: „Mein Mandat habe ich nicht von der CDU, sondern in allen Bundestagswahlen seit 2002 immer direkt von den Wählern meines Wahlkreises.“

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    Die Diskussion in der Partei, ob und wie der Islam mit dem Selbstverständnis der Union vereinbar sei, ist laut Bellmann bis heute ein Tabu. „Ich bin mir sicher, dass sich dieses ‚alternativlose’ Schweigen sehr bald rächen wird.“ Wenn die CDU weiterhin für Moslems offen sein wolle, müsse sie sich ehrlicherweise in „Monotheistisch-Demokratische-Union“ umbenennen, zitiert das Blatt die Abgeordnete.

    „Gäbe es einen aufgeklärten Islam, würden sich diese Fragen vermutlich nicht in dieser Absolutheit stellen, und ich könnte meine grundsätzliche Ablehnung von Muslimen in der Union revidieren“, meint Bellmann der „Idea“ zufolge. Eine „Union der Vielfalt“ halte sie aber im Hinblick auf den Islam derzeit für eine „Idee der Einfalt“.

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    Tags:
    Meinungsverschiedenheiten, Christkreuz, Meinung, Christen, Religionsfreiheit, Muslime, Meinungsfreiheit, Politik, Religion, Islam, Große Koalition (GroKo), CDU, Bundestag, Chemnitz, Berlin, Deutschland