13:06 24 September 2018
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    „Anschuldigungen gegen Russland komplett fabriziert“: Moskau zu Fall Skripal

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    Politik
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    Alle Anschuldigungen gegen Russland im Skripal-Fall sind komplett gefälscht, London kann seine Vorwürfe mit keinen Beweisen belegen, heißt es in einem Kommentar vom Departement für Information und Presse des russischen Außenministeriums.

    „Russland hat mehrmals auf verschiedenen Ebenen erklärt, dass es keinerlei Beziehung zu dem Geschehenen in Salisbury und Amesbury habe. Wir haben der britischen Seite wiederholt vorgeschlagen, zu diesen Vorfällen zu ermitteln. Die negative Reaktion auf unsere Aufrufe zur Kooperation sowie die seit einem halben Jahr andauernde Weigerung, den Zugang zu den russischen Bürgern Sergej und Julia Skripal zu gewährleisten, die zu Opfern der Attacke erklärt wurden, verstärkt nur die Überzeugung, dass London keine Begründung für seine eigenen Vorwürfe gefunden hat. Alle Anschuldigungen gegen uns sind komplett fabriziert“, geht aus dem Kommentar hervor.        

    Zuvor hatte der Pressedienst der deutschen Bundesregierung eine Erklärung verbreitet. Demzufolge haben Frankreich, Deutschland, die USA und Großbritannien gemeinsame Handlungen zur Unterbindung der Tätigkeit der russischen Militäraufklärung GRU unternommen, indem sie „Agenten“ nach dem Giftanschlag auf die Skripals ausgewiesen haben.  

    Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

    Mehr zum Thema: Weder Vermutungen noch Vorwürfe zulässig: Kreml zu Causa Skripal

    Die britische Premierministerin Theresa May machte umgehend die russische Regierung für das mutmaßliche Attentat verantwortlich und ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Russland weist den Vorwurf, in den Giftanschlag auf die Skripals verwickelt zu sein, entschieden von sich und fordert eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus, erklärte sich dabei aber wiederholt bereit, bei den Ermittlungen zu helfen. Die britischen Behörden winkten ab.

    Der damalige britische Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland zu präsentieren, tat das bis zu seinem Rücktritt im Juli aber nicht. Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte im April mit, dass eine russische Herkunft des Nervengifts nicht nachweisbar sei.

    Am 5. September hatte Theresa May zwei russische Bürger, Alexander Petrow und Ruslan Boschirow, für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter in Großbritannien verantwortlich gemacht. Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte diese Erklärung kommentiert und darauf verwiesen, die Namen und Bilder der vermeintlichen Agenten würden der russischen Seite gar nichts sagen. Sie hatte Großbritannien aufgerufen, von öffentlichen Anschuldigungen und informationellen  Manipulationen zu einer praktischen Zusammenarbeit der Rechtsschutzbehörden überzugehen.

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    Tags:
    Vorwürfe, Anschuldigungen, Attacke, Kooperation, Stoff A234, GRU, Außenministerium Russlands, Julia Skripal, Sergej Skripal, Theresa May, Boris Johnson, Amesbury, Salisbury, Großbritannien, Russland