04:35 21 März 2019
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    Mehr als nur ein Jungbrunnen für die Parteien? – Willy Brandt-Sohn über „Aufstehen“

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    Tilo Gräser
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    Zu den namhaften Unterstützern der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ gehört einer der Söhne des SPD-Urgesteins und Ex-Bundeskanzlers Willy Brandt. Er hält eine „linke Ökumene“ für notwendig und kritisiert seine eigene Partei, die sein Vater lange Zeit mitprägte. Im Video-Interview erklärt er, warum er die Bewegung unterstützt.

    Peter Brandt ist Historiker und Mitglied der SPD – und der älteste Sohn von Rut und Willy Brandt. Der heute 70-Jährige war Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Fernuniversität Hagen und ging 2014 in den Ruhestand. Er ist Direktor des interdisziplinären Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften sowie Autor und Herausgeber zahlreicher Werke zur neueren deutschen Geschichte. Brandt ist Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Ebert-Stiftung.

    Der Historiker gehört zu den Mitinitiatoren der Sammlungsbewegung „Aufstehen“, die am 4. September offiziell an den Start ging.

    Er hatte sich in einem Anfang August in der sozialdemokratischen Zeitschrift „Internationale Politik und Gesellschaft“ (IPG) veröffentlichten Aufsatz ausdrücklich für die Sammlungsbewegung „links der Mitte“ und eine „linke Ökumene“ ausgesprochen. Brandt kritisiert in dem Beitrag, dass die politische Linke die soziale Frage aus dem Blick verloren und sich „Rand- bzw. Sondergruppen“ und deren Befindlichkeiten zugewandt habe. Vor allem die Sozialdemokratie habe das mit einer Wirtschafts- und Sozialpolitik kombiniert, die „die Hinnahme der vom Finanzmarkt getriebenen, neoliberalen Globalisierung als unumgänglich zu erkennen meinte“.

    Mit Blick auf SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Partei Die Linke stellte der Sohn von Willy Brandt fest: „Die drei Parteien, die mit einer kritischen Haltung zum gesellschaftlichen Status Quo angetreten sind, haben sich zunehmend als unfähig erwiesen, dem Wunsch nach Veränderung und den damit verbundenen Erwartungen der Menschen Ausdruck zu verschaffen.“

    Im Studio-Interview erklärt der namhafte Historiker, warum er „Aufstehen“ unterstützt und für notwendig hält. Brandt beantwortet die Frage, ob die Sammlungsbewegung die Forderung seines Vaters, „Mehr Demokratie wagen!“ aufgreift. Brandt gibt eine Antwort auf die Frage, ob „Aufstehen“ mehr als nur ein „Jungbrunnen für die Parteien“ ist. Mitinitiatorin Sahra Wagenknecht hofft zum Beispiel, dass die Bewegung auch ein Sprungbrett für junge, an Politik interessierte Menschen wird.

    Und der Brandt-Sohn erklärt, wie die Sammlungsbewegung es schaffen will, angesichts der hohen Zustimmung für rechte Parteien wie die AfD und angesichts der verbreiteten Angst vor den Folgen der Zuwanderung wieder die soziale Frage ins Zentrum der Politik zu rücken.

    Tags:
    Sammlungsbewegung, Migration, Neoliberalismus, Rechte, Parteien, Wirtschaft, linke Sammlungsbewegung "Aufstehen", PdL, Die Grünen, Linkspartei, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Die LINKE-Partei, Peter Brandt, Willy Brandt, Sahra Wagenknecht, Deutschland
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