12:44 22 September 2018
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    Verkehrszeichen in der Zentralafrikanischen Republik (Archivbild)

    Russlands steigende Präsenz in Afrika erwischte Westen kalt

    © AP Photo / Jerome Delay
    Politik
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    Russlands steigendes Interesse an Afrika hat die westlichen Länder offenbar kalt erwischt. Es geht dabei laut der britischen Zeitung „The Guardian“ um eine verstärkte militärische Zusammenarbeit und neue Waffendeals.

    Moskau sei mit seinen Aktivitäten in der Region besonders im Jahr 2018 aufgefallen: So wurde Anfang August bekannt, dass 175 russische Instrukteure in die Zentralafrikanische Republik entsandt wurden. Ihre Aufgabe besteht laut dem russischen Außenministerium darin, den Soldaten vor Ort die Bedienung der Waffen und Technik beizubringen, die Moskau Anfang des Jahres an die Republik gratis geliefert hatte. 

    „Laut dem offiziellen Narrativ haben die russische Regierung und die Zentralafrikanische Republik eine langjährige Zusammenarbeit gepflegt“, zitiert das Blatt einen Beamten, der die Ereignisse in dem afrikanischen Land eng verfolgen soll, seitdem russische Berater dort eingetroffen seien.

    „Hätte jemand vergangenen Herbst gesagt, dass dies passieren würde und dass es dort so viele Russen geben würde, hätte das niemand geglaubt“, fügte der Beamte hinzu.

    „Alle wurden von der Geschwindigkeit verblüfft, mit der das alles vor sich ging“, zitiert „The Guardian“ einen weiteren Experten.

    Der Westen habe mit Moskaus Aktivitäten in weiteren afrikanischen Ländern ebenfalls nicht gerechnet. So habe der russische Außenminister Lawrow im vergangenen März Angola, Namibia, Mosambik, Äthiopien und Simbabwe besucht und dort eine Reihe von Abkommen zu Wirtschaftszonen, Erkundung mineralischer Rohstoffe und militärischer und technischer Zusammenarbeit unterzeichnet.

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    Ende August wurde zudem bekannt, dass Russland Gespräche mit Eritrea über die Einrichtung einer Logistikbasis in einem eritreischen Hafen führt. Damit könnte Moskau laut dem Blatt Zugang zum Roten Meer erhalten.

    Polizisten auf den Straßen von Bangui, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, während der Wahlkampagne 2016 (Archivbild)
    © AFP 2018 / Issouf Sanogo
    Laut ausländischen Politikexperten ist Russlands erhöhtes Engagement in Afrika auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Einer davon sei die Gefahr einer diplomatischen Isolierung von Europa und den USA vor dem Hintergrund des russischen Vorgehens in Syrien und der Ukraine-Krise. Dies habe den Kreml dazu bewogen, nach Verbündeten in Afrika zu suchen – nicht zuletzt wegen deren Stimmen in der UN-Generalversammlung.

    „Was wir jetzt beobachten, ist die Rückkehr Russlands, das versucht, eine Nische zu finden, wo es wettbewerbsfähig sein könnte“, so Paul Stronski, ein Mitarbeiter der internationalen Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace (CEIP).

    Und eine Nische, die Russland wirklich für sich beanspruchen könne, seien Waffen.

    „Es (Russland – Anm. d. Red.) kann nicht wie China Konsumgüter anbieten. Aber was es anbieten kann, sind Waffen und gelegentlich auch Schuldenerlass — entweder als Gegenleistung für einen Waffendeal oder die Rechte, nach Kohlenwasserstoff oder anderen Bodenschätzen zu bohren“, so Stronski weiter.

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    Tags:
    Logistik, Ausbilder, Militär, Waffen, Waffendeal, Zusammenarbeit, Rotes Meer, Europa, USA, Eritrea, Zentralafrikanische Republik, Afrika, Russland