01:49 19 September 2018
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    Die Insel Kunaschir des Kurilen-Archipels

    Putin schlägt Abe Friedensvertrag ohne Vorbedingungen vor

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    Politik
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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem japanischen Minister Shinzo Abe vorgeschlagen, bis zum Jahresende einen Friedensvertrag zu schließen.

    „Ich bin auf folgende Idee gekommen: Lassen Sie uns einen Friedensvertrag schließen, aber nicht jetzt, sondern innerhalb der Zeit bis zum Jahreswechsel. Ohne jegliche Vorbedingungen“, sagte Putin am Mittwoch in einer Plenarsitzung des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok.

    „Dann könnten wir auf der Grundlage dieses Friedensvertrags als Freunde alle strittigen Fragen weiter behandeln. Wie mir scheint, würde das die Lösung aller Probleme für uns erleichtern, mit denen wir seit 70 Jahren nicht fertig werden können“, sagte Putin.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Japan sind seit Jahrzehnten durch das Fehlen eines Friedensvertrages getrübt. Japan beansprucht die südlichsten Inseln des Kurilen-Archipels: Kunaschir, Schikotan, Iturup und Chabomai und beruft sich dabei auf den bilateralen Handels- und Grenzvertrag aus dem Jahr 1855.

    Tokio hatte bereits früher die Rückgabe der Inseln als Bedingung für den Abschluss des Friedensvertrages gefordert. Moskau hingegen verweist darauf, dass die Südkurilen im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges in den Staatsbestand der Sowjetunion (Rechtsvorgängerstaat Russlands) aufgenommen wurden und die völkerrechtlich verankerte russische Souveränität über diese Territorien nicht anzuzweifeln ist.

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    Tags:
    Friedensvertrag, Shinzo Abe, Wladimir Putin, Kurilen, Russland, Japan