22:57 13 November 2018
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    US-Zeitung fordert: Russland muss als Schurkenstaat behandelt werden

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    Politik
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    Der Sender NBC hat unter Berufung auf Quellen in der US-Regierung berichtet, dass hinter den „Schallattacken“ auf US-Diplomaten auf Kuba womöglich Russland stehe. Die Zeitung „The New York Post“ nahm sich dies zum Anlass, Russland als Schurkenstaat zu bezeichnen und den Ausschluss des Landes aus internationalen Organisationen zu fordern.

    Laut NBC haben US-Geheimdienste Informationen gesammelt, wonach Moskau hinter den mysteriösen Attacken auf amerikanische Bürger auf Kuba stehen soll.

    Die Geschichte mit den Angriffen hatte im November 2016 angefangen. Die Opfer wiesen Symptome ähnlich wie bei einer Hirnerschütterung auf, einige von ihnen trugen sogar permanente Gehör- und Hirnschäden davon. Die Betroffenen wollen damals laute Geräusche in ihren Häusern bzw. Hotelzimmern gehört haben. Daraufhin hätten sie Übelkeit gespürt sowie Symptome wie Gehörverlust, Kopfschmerzen und Schwindel aufgewiesen.

    Laut US-Ermittlern handelte es sich bei der „Waffe“ um Mikrowellen, die auf die Wohnungen der Diplomaten angestrahlt worden seien. Die US-Geheimdienste sind laut der „New York Post“ aber nicht bereit, den Täter offiziell beim Namen zu nennen. Forscher versuchten derzeit, die Waffe nachzubilden.

    „Fügen Sie das zum Einsatz von Chemiewaffen durch Putins Regime bei einem Anschlagsversuch auf britischem Boden hinzu sowie zu Moskaus Kampagne, Hass und Spaltung bei den US-Wahlen 2016 zu sähen – und natürlich zu den Invasionen in der Ukraine und Georgien und zu ähnlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien. Das ist ein Schurkenstaat“, heißt es in dem Artikel.

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    Neue Sanktionen und die Ausweisung weiterer russischer Diplomaten werden laut dem Blatt nicht ausreichen. Es sei höchste Zeit, Russland von der Interpol und anderen internationalen Organisationen auszuschließen, dessen Mitglieder die Rechtsstaatlichkeit respektierten.

    Das kubanische Außenministerium hat am Mittwoch die Vorwürfe von NBC als unbegründet zurückgewiesen. „Mit seinem Bericht spielt NBC ein gefährliches Spiel. Er deutet beweislos und unbegründet eine Verschwörung von Drittländern auf Kuba an, indem er unbenannte Quellen zitiert und Intrigen erfindet“, schrieb der kubanische Chefdiplomat Carlos de Cossio. Kuba erlaube keinem Land, Diplomaten auf eigenem Territorium anzugreifen – egal, aus welchem Land diese stammten.

    Seit Ende 2016 lassen die vermeintlichen „akustischen Attacken“ auf die Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna Fachkräfte sowie Laien rätseln. Viele fragen sich: Hat Kuba etwa eine bisher unbekannte akustische Waffe entwickelt? Oder ein anderes Land, mit dem die USA nicht auf gutem Fuß stehen?

    Das FBI konnte bisher für die Existenz einer solchen Geheimwaffe jedoch keinen Beweis finden. Einige Experten sind überzeugt, dass es sich hier lediglich um einen Fall von Massenhysterie handelt.

    Zuvor hatte AP eine Aufnahme des Geräusches veröffentlicht, das die Angestellten der Botschaft gehört haben sollen. Es erinnert an das Geräusch, das Heuschrecken von sich geben. Laut einer der Theorien könnten genau diese Insekten schuld sein. Doch der Biologe Allen Sanborn von der Barry University klärt auf: „Eine Heuschrecke würde einem nicht schaden, es sei denn, man steckt sie einem direkt ins Ohr.“

     

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    Tags:
    Schurkenstaat, Kuba, USA, Russland