17:27 21 November 2018
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    Ermittler des Falls Skripal (Archiv)

    Fall Skripal: Agenten-Nichte weiß angeblich über die beiden Verdächtigen Bescheid

    © REUTERS / Peter Nicholls/File Photo
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    Exklusiv: Mutmaßliche Skripal-Attentäter melden sich erstmals zu Wort (10)
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    Großbritannien beschuldigt im Fall Skripal mit den russischen Bürgern Alexander Petrow und Ruslan Boschirow die Falschen. Das hat die Skripal-Nichte Victoria am Donnerstag gegenüber russischen Medien erklärt. Sie wirft London vor, einfach Verdächtige präsentiert zu haben.

    Die von London als russische Geheimdienstmitarbeiter bezeichneten Alexander Petrow und Ruslan Boschirow haben mit dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den ehemaligen Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU und Doppelagenten Sergej Skripal sowie seine Tochter Julia im März 2018 nichts zu tun. Das hat die Nichte des Ex-GRU-Offiziers, Victoria Skripal, am Donnerstag erklärt, wie russische Medien berichten. Großbritannien behauptet, dass Petrow und Boschirow hinter dem Anschlag stecken.

    „Aus meinen Quellen weiß ich, das sind die falschen Leute“, wird die Skripal-Nichte zitiert. „Sowohl der eine als auch der andere haben mit dem Geheimdienst nichts zu tun. Sie sind  einfache Menschen.“

    Die Verwandten von Petrow und Boschirow sind laut Victoria schockiert über die Situation. Sie kenne die beiden angeblichen Attentäter zwar nicht persönlich. Trotzdem gebe es keinen Grund dafür, diese Menschen  zu beschuldigen. „Sie haben einfach nach jemandem gesucht und dann gefunden“, sagte die Skripal-Nichte mit Blick auf die Londoner Anschuldigungen.

    Sie hat nach eigenen Worten damit gerechnet, dass im September Verdächtige präsentiert werden: „Ich habe immer wieder gesagt, dass jemand uns im September vorgestellt wird. Theresa  May soll im Kongress sprechen, also womit würde sie dann auftreten?“

    Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren laut der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234 vergiftet worden. Die Substanz ist im Westen unter dem russischen Namen „Nowitschok“ bekannt. Die schnelle Genesung der Skripals halten Experten jedoch für überraschend.

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Russland weist diesen Vorwurf zurück und fordert eine unabhängige Aufklärung.

    Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte im April mit, dass eine russische Herkunft des Nervengifts nicht nachweisbar sei.

    Anfang September hat die britische Polizei Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei ihnen soll es sich um die russische Geheimdienstmitarbeiter Alexander Petrow und Ruslan Boschirow handeln. Russland bestreitet das.

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    Exklusiv: Mutmaßliche Skripal-Attentäter melden sich erstmals zu Wort (10)
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    verdächtige, Vergiftung, Ruslan Boschirow, Alexander Petrow, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland