09:32 22 Oktober 2018
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    Russlands Botschaft in Bern (Archiv)

    „Fehlen jeglicher Fakten“: Russland weist Spionagevorwürfe aus Schweiz zurück

    CC BY-SA 3.0 / Chriusha / Russian embassy; Berne
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    Exklusiv: Mutmaßliche Skripal-Attentäter melden sich erstmals zu Wort (10)
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    Russlands Botschaft in der Schweiz hat Medienberichte über russische Diplomaten, von denen angeblich jeder vierte ein Spion sein soll, als haltlose und unbewiesene Vorwürfe zurückgewiesen. Das Statement wurde auf der offiziellen Facebook-Seite der russischen Botschaft in Bern veröffentlicht.

    In einem Artikel vom Samstag schreibt die schweizerische „SonntagsZeitung“ unter Berufung auf eine geheime Mitteilung des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), es gebe in der Schweiz „Dutzende offizielle russische Vertreter, die Teil- und Vollzeit-Spione“ seien oder gewesen seien.

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    Russland reagierte auf diese Vorwürfe mit einer entschiedenen Ablehnung. „Mit Bedauern stellen wir fest, dass aus der Feder der unermüdlichen schweizerischen Journalisten der ‚Tages Anzeiger‘-‚SonntagsZeitung‘ weiterhin haltlose und unbewiesene Vorwürfe an die Adresse Russlands kommen“.

    Den Diplomaten zufolge kennzeichnen den Artikel einerseits „das Fehlen jeglicher Fakten“ und andererseits Berufungen auf anonyme Quellen sowie auf ein „geheimes Dokument, das keiner gesehen hatte und das womöglich gar nicht existiert“.

    Russlands Botschaft erinnert daran, dass neben dem gestrigen Bericht früher zwei weitere Publikationen derselben Autoren erschienen seien, die unbewiesene Anschuldigungen gegen Russland enthielten. „Als abwegig erscheint der Versuch der Autoren, den Lesern eine voreingenommene Sicht auf die in der Schweiz arbeitenden Russen aufzuzwingen“.

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    Am 14. September veröffentlichte der „TagesAnzeiger“ einen Artikel über zwei Russen, die das schweizerische Labor Spiez für Atom-, Bio- und Chemiewaffen vermeintlich auskundschaften wollten. Sie seien jedoch im Frühling in Den Haag verhaftet worden. An der Operation soll der NDB „zusammen mit seinen holländischen und britischen Partnern“ teilgenommen haben, zitierte das Blatt die Kommunikationschefin des Dienstes, Isabelle Graber.

    Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, bezweifelte, dass Medien eine Operation übersehen hätten, an der sich Geheimdienste von drei westlichen Ländern zusammen beteiligt hätten. Er weigerte sich, mehr zu den Berichten zu sagen.

    „Erst wenn uns Fakten präsentiert werden, dann werden wir meiner Meinung nach im Stande sein, sie deutlich zu kommentieren“, erklärte der Minister nach dem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen, Heiko Maas, in Berlin.

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    Am 15. September behauptete der „TagesAnzeiger“, dass die in Den Haag festgenommenen Agenten, die gleichzeitig „Spezialisten für Cyberattacken“ seien, in Spionageoperationen gegen die Anti-Doping-Behörde in Lausanne involviert gewesen seien.

    Früher hatte die Sputnik- und RT-Chefredakteurin, Margarita Simonjan, dem britischen Sender BBC vorgeworfen, ein Interview zwischen ihr und den im Fall Skripal von London verdächtigten russischen Bürgern, Alexander Petrow und Ruslan Boschirow, unter einer inkorrekten Überschrift veröffentlicht zu haben.

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