02:49 21 Oktober 2018
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    Marinebasis am Asowschen Meer: General sieht Chance für Krim-Ergatterung

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    Politik
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    Die Errichtung eines ukrainischen Marinestützpunkts am Asowschen Meer wird Russland aus Sicht des ukrainischen Generalleutnants Wasilij Bogdan „nachgiebig machen“.

    Kiew sei in der Lage, in der Asowschen Region eine solche seemilitärische Infrastruktur aufzubauen, die Russland dazu zwingen könne, „Zugeständnisse zu machen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen“, so Bogdan gegenüber dem Portal „Obozrevatel“.

    Die Errichtung eines Marinestützpunkts am Asowschen Meer kann laut dem Generalleutnant auch die Erfüllung der Minsker Abkommen sowie die Lösung anderer Probleme einschließlich der Krim-Frage günstig beeinflussen.

    Bogdan zeigte sich überzeugt, dass der Westen Kiew bei diesem Vorhaben helfen wird, indem er sich auf „Vereinbarungen mit der amerikanischen Seite“ hinsichtlich der Verstärkung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine berief.

    Zuvor hatte die Regierung in Kiew Pläne angekündigt, an der Küste des Asowschen Meeres eine Basis der Marinestreitkräfte zu errichten und zwei Panzerbeiboote dorthin zu verlegen. Der Rat für Nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine (SNBO) hatte auch angeordnet, die Militärpräsenz im Asowschen Meer zu verstärken und die Einheiten der Küstenabwehr mit Raketenwaffen zu versorgen. Der Oberbefehlshaber des ukrainischen Heeres, Generaloberst Sergej Popko, kündigte seinerseits die Vergrößerung der Armeeabteilung an, die entlang der Küste des Asowschen Meeres stationiert ist.

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    Die Situation um die Seefahrt im Asowschen Meer spitzt sich seit Jahresanfang zu. Im März hatte die Ukraine den russischen Fischkutter „Nord“ aufgebracht. Der Kapitän des Schiffes wurde beschuldigt, die Krim illegal besucht zu haben. Dabei soll er „darauf abgezielt haben, staatlichen Interessen zu schaden“. Im August war das russische Tankschiff „Mechanik Pogodin“ im Hafen von Cherson aufgebracht worden.

    Moskau hatte die Handlungen Kiews als „Seeterrorismus“ bezeichnet. Die russische Regierung hatte als eine Antwortmaßnahme die Grenzinspektion im russischen Teil des Asowschen Meeres intensiviert. Daraufhin hatte die ukrainische Grenzwache erklärt, dass Russland mit einer „harten Politik der Aufbringung und Durchsuchung von Schiffe begonnen“ hätte.

    Die Krim war im März 2014 wieder Russland beigetreten, nachdem 96,77 Prozent der Bevölkerung der Halbinsel sowie 95,6 Prozent der Bürger von Sewastopol nach einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatten.

    Die Regierung der Krim hatte das Referendum nach dem Staatsstreich in der Ukraine im Februar 2014 durchgeführt. Die Ukraine betrachtet die Krim nach wie vor als eigenes, nur zeitweise besetztes Territorium.

    Die russische Regierung hatte mehrfach erklärt, dass die Bevölkerung der Krim demokratisch, in vollem Einklang mit dem Völkerrecht und der Uno-Charta für die Wiedervereinigung mit Russland abgestimmt hatte. Laut dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, ist die Krim-Frage „endgültig abgeschlossen“.

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    Nationaler Sicherheitsrat der Ukraine (SNBO), Wladimir Putin, Asowsches Meer, Krim, Kiew, Russland, Ukraine