18:01 16 Oktober 2018
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    Tel Aviv muss „öffentlich ausbaden“: Israelische Medien zu Il-20-Abschuss

    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
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    Syrien schießt russisches Flugzeug versehentlich ab (23)
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    Israelische Medien räumen ein, dass ihr Land teils wirklich Schuld an dem Abschuss der russischen Il-20 über der syrischen Provinz Latakia trägt, der nach den Handlungen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte erfolgte.

    Dieser Vorfall kann laut einem Beitrag in der Tageszeitung „Haaretz“ „teils durch die (absichtlich) verspätete Informierung seitens Israels provoziert worden sein“. Es könne auch einen Komplex von Faktoren gegeben haben, darunter, wie der Journalist anmerkt, eine mangelnde Handlungskoordinierung zwischen Russland und Syrien.

    Jedenfalls würde Israel in nächster Zeit vermutlich gezwungen sein, seine militärischen Aktivitäten in Syrien einzuschränken und „das Geschehene öffentlich auszubaden“, resümiert das Blatt.

    Früher sei Moskaus Rhetorik nach den Vorfällen unter Beteiligung der israelischen Luftwaffe nicht so hart gewesen, schreibt wiederum die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Dabei räumt sie ein, dass die Version, wonach die Luftstreitkräfte Israels absichtlich eine „Kriegslist“ angewendet haben könnten, um die syrischen Luftabwehrkräfte zu täuschen, durchaus einen Sinn ergebe. Die Warnung hinsichtlich des Angriffs über den „heißen Draht“ sei weniger als eine Minute vor der Attacke gekommen, und das habe verhindert, dass die Besatzung die Il-20 sich in die Sicherheitszone bringen konnte, erläuterte die Zeitung. 

    Die Tragödie schaffe Probleme für Israel, da jetzt die Gefahr eingetreten sei, dass „sich das fragile Gleichgewicht verändern kann“, resümiert die „Jerusalem Post“. Russland mache deutlich, dass der Vorfall kein Fehler gewesen sei, sondern eine direkte Folge der israelischen Luftangriffe gegen Syrien.

    >> Andere Sputnik-Artikel: Flugabwehrraketensysteme S-300 für Serbien sind Finanzfrage – russischer Vizepremier

    Laut der hebräischsprachigen Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ ist die Version, wonach es um eine absichtliche Provokation seitens Israels gehen soll, unbegründet. Sie beschuldigt die syrischen Regierungstruppen des Vorfalls. Dabei ist die Zeitung allerdings wegen der Gerüchte über die mögliche Lieferung von Flugabwehrraketensystemen S-300 nach Syrien besorgt, da dies die Aktivitäten der israelischen Luftwaffe in der Region erschweren könne. 

    Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass am 17. September gegen 23.00 Moskauer Zeit der Kontakt mit einem russischen Militärflugzeug des Typs Il-20 abgebrochen sei, das auf dem Rückflug zur Luftwaffenbasis Hmeimim in Syrien gewesen sei. Ungefähr in derselben Zeit hätten vier israelische Kampfjets des Typs F-16 syrische Ziele in Latakia angegriffen.

    Laut Angaben des Verteidigungsministeriums Russlands haben sich die israelischen Piloten absichtlich hinter dem russischen Flugzeug versteckt und es dabei dem Angriff der syrischen Luftabwehr ausgeliefert, so dass die Il-20 vom Luftabwehrsystem S-200 abgeschossen wurde. 15 russische Militärs seien dabei ums Leben gekommen. 

    Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, hatte den Vorfall als „eine Abfolge tragischer Zufälle“ bezeichnet.

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    Syrien schießt russisches Flugzeug versehentlich ab (23)
    Tags:
    Flugabwehrrakete, Flugzeug, Vorfall, Syrien, Russland