02:31 17 Oktober 2018
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin (Archivfoto)

    Putin informiert Merkel über Idlib-Deal mit Erdogan

    © REUTERS / Axel Schmidt
    Politik
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    Wladimir Putin hat am Mittwoch Angela Merkel am Telefon über seine jüngsten Syrien-Vereinbarungen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan informiert. Der russische Präsident und die deutsche Kanzlerin sprachen zudem über die Ukraine-Krise und negative Tendenzen am Finanzmarkt, wie der Kreml mitteilte.

    „Der Präsident Russlands informierte über die russisch-türkischen Vereinbarungen zur Stabilisierung in der Deeskalationszone Idlib“, hieß es aus dem Kreml.

    Putin äußerte sich demnach besorgt über die Situation in der Ostukraine nach dem Mord an Alexander Sachartschenko, Chef der nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, und betonte die Notwendigkeit, dass die Regierung in Kiew der abtrünnigen Region einen Sonderstatus verleiht, wie dies bereits 2015 vereinbart worden war. Darüber hinaus sprachen Putin und Merkel über die „Überwindung negativer Tendenzen auf dem Weltfinanzmarkt“, so der Kreml.

    Eine russische Su-34 in Syrien
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation

    Die deutsche Bundesregierung bestätigte, dass das Gespräch stattgefunden hat. „Die Bundeskanzlerin begrüßte die Bemühungen zur Verhinderung einer militärischen Eskalation und zum Schutz der Zivilbevölkerung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

    Von wegen abgesagt: Idlib-Offensive steht noch bevor >>

    Putin und Erdogan hatten sich bei einem Treffen am Montag in Sotschi auf die Einrichtung einer kampffreien Zone in der letzten syrischen Rebellenhochburg Idlib geeinigt. Die entmilitarisierte Zone soll bis zum 15. Oktober entstehen und den radikalen Islamisten der al-Nusra-Front * und anderer Terrormilizen die Möglichkeit geben, die Region, in der sich Millionen Zivilisten befinden, zu verlassen. Die Verteidigungsministerien Russlands und der Türkei unterzeichneten zudem eine Absichtserklärung über eine Stabilisierung in Idlib.

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    Anfang September hatte sich der russische Vize-Außenminister Oleg Syromolotow gegen „aktive Kampfhandlungen“  in Idlib ausgesprochen. Es gebe noch Chancen auf eine anderweitige „Lösung“, sagte der Diplomat. Die Entscheidung über eine Befreiungsoperation sei jedoch der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad überlassen.

    * Die al-Nusra-Front ist in Russland als terroristisch eingestuft und verboten.

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Angela Merkel, Wladimir Putin, Idlib, Syrien, Deutschland, Russland