19:19 23 Oktober 2018
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    Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann bei Aktion in Dresden (Archivbild)

    Wechselt Lutz Bachmann zur AfD? Pegida-Gründer könnte bei Europa-Wahl antreten

    © AFP 2018 / Odd Andersen
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Es wäre ein Paukenschlag auf der politischen Bühne: Nach Informationen der Sächsischen Zeitung soll Pegida-Chef Lutz Bachmann bei der Europa-Wahl 2019 als Kandidat für die AfD antreten. Bereits vor wenigen Tagen hatte Bachmann offenbar in einem Videobeitrag erklärt, dass sich Pegida „baldmöglichst“ in die aktive Politik einmischen werde.

    Lutz Bachmann, Mitbegründer von Pegida („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“), zieht es anscheinend in die Politik. In einem von ihm veröffentlichten Videobreitrag erklärte er, dass sich seine Bewegung „baldmöglichst“ in die aktive Politik einmischen werde – „ob in der EU oder auch in Sachsen“. Die Begründung Bachmanns: Man wolle sich nicht von „einer Enttäuschung zur anderen begeben“.

    Von der Straße ins EU-Parlament?

    Wie die SZ aktuell berichtet, soll Lutz Bachmann für die AfD bei der Europa-Wahl 2019 antreten, der stellvertretende Pegida-Vorsitzende Siegfried Däbritz bei der Landtagswahl im Kreis Zwickau. Eine offizielle Bestätigung seitens Pegida gibt es dafür noch nicht. Schon seit Monaten wurde spekuliert, ob sich Pegida-Funktionäre und AfD weiter annähern könnten.

    Bundes-AfD skeptisch …

    Innerhalb der Alternative für Deutschland stoßen die Bestrebungen von Bachmann nicht überall auf Applaus. Jüngst hatte die AfD-Spitze an ihre Parteimitglieder eine Botschaft versendet, die nach Zwischenfällen mit rechtsextremistischen und gewalttätigen Demonstranten in Chemnitz empfahl, sich in Zukunft von Kundgebungen mit „fragwürdigen Teilnehmern“ fernzuhalten. Wörtlich heißt es:

    „Auf Grund der Erfahrungen nach den Vorkommnissen in Chemnitz empfiehlt der Bundesvorstand allen Mitgliedern der Alternative für Deutschland dringend, nur an solchen Kundgebungen teilzunehmen, die ausschließlich von der AfD angemeldet und organisiert worden sind.“

    In Chemnitz war unter anderem der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke Teilnehmer eines sogenannten Trauermarschs, Seite an Seite mit Pegida- und „Pro Chemnitz“-Vertretern.

    FDDV oder AfD?

    Möglich könnte auch sein, dass Bachmann eine eigene Partei gründet, sollte ihn die AfD nicht aufnehmen. Der Pegida-Chef hatte bereits vor mehr als zwei Jahren auf einer Kundgebung in Dresden von der Gründung einer „Freiheitlich Direktdemokratischen Volkspartei“ gesprochen. Inoffiziell wird die FDDV bereits „Pegida-Partei“ genannt, doch seit 2016 war es um diese Idee still geworden.

    Bachmanns Sachsen-Netzwerk …

    Innerhalb mehrerer AfD-Landesverbände genießt Lutz Bachmann jedenfalls hohes Ansehen. Die AfD Sachsen möchte eine Zusammenarbeit mit Pegida-Funktionären jedenfalls nicht ausschließen.

    „Die Menschen bei Pegida sind weder Rechtsextremisten noch Nazis“,

    sagte Sachsens Landeschef Jörg Urban am 15.09. beim AfD-Parteitag in Markneukirchen. Sie seien „mutige Bürger“. So könnte Pegida zu einem Streitfall zwischen AfD-Spitze und Parteibasis werden – sollten sich die politischen Pläne von Lutz Bachmann weiter konkretisieren.

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    Tags:
    EU-Wahlen 2019, FDDV, Partei Alternative für Deutschland (AfD), EU-Parlament, PEGIDA, Jörg Urban, Björn Höcke, Lutz Bachmann, Sachsen