20:11 16 Oktober 2018
SNA Radio
    Militärparade im Rahmen des Manövers Wostok-2018

    „Kein Kanonenfutter mehr“: Russisches Militär beeindruckt kroatische Medien

    © Sputnik / Ilya Pitalyow
    Politik
    Zum Kurzlink
    124369

    Das russische Militär hat heute nichts mit der Armee gemein, die Russland von der Sowjetunion geerbt hatte. Zu diesem Schluss ist die kroatische Tageszeitung „Večernji List“ nach einer Analyse des Militärmanövers „Wostok 2018“ gekommen.

    In den 90er Jahren sei die russische Armee noch auf Knien gerutscht: Die Soldaten hätten nichts zum Essen gehabt, die Streitkräfte seien im Verfall begriffen. Der Tschetschenien-Krieg habe das klar demonstriert, so das Blatt.

    Nun sei das alles aber Geschichte: Russland habe sich wieder zu einer Weltmacht entwickelt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Armee sei die zweitstärkste der Welt. Was die Zahl der Panzer angehe, stehe Russland sogar auf dem ersten Platz.

    Im Vergleich zu den Sowjetzeiten sei die heutige Militärdoktrin Russlands ganz anders: Während die Rote Armee den Sieg über die Nazis im Zweiten Weltkrieg mit schweren Verlusten erzielen musste, werde heute im russischen Militär jedes Menschenleben geschätzt.

    Die grundlegende Reform der russischen Armee habe im Jahr 2012 begonnen: Damals habe Putin vor dem Hintergrund des arabische Frühlings und des Konflikts in Syrien die Notwendigkeit eingesehen, Russland auf die Weltarena zurückzuführen.

    Als erste Maßnahme habe man die Struktur und die Befehlskette des Heeres radikal verändert. Das bisherige System wurde laut der Zeitung durch Divisionen ersetzt, die wiederum aus sehr mobilen verstärkten Brigaden bestehen.

    Das sei aber erst der Anfang gewesen. „Die russische Armee begann ihren Übergang von einer Struktur, die nur reine physische Kraft besaß und auf Gewehre und Kanonenfutter setzte, hin zu erfahrenen, hocheffektiven und technisch fortschrittlichen Streitkräften“, heißt es im Artikel.

    Dabei habe sich Russland auf eine Reihe von spezifischen Bereichen konzentriert, die der Aufmerksamkeit des Westens entgangen seien. Als Beispiel nennt das Blatt den Panzer vom Typ T-14 „Armata“, der als einer der besten Panzer der Welt gelte. Beim „Armata“ seien einige für die Panzertechnik völlig innovative Technologien verwendet worden. Eine davon sei der unbemannte Turm. Der Panzer werde von der Besatzung gelenkt, die in einem anderen Teil des Kriegsgeräts untergebracht sei. Dies sorge für mehr Sicherheit für die Soldaten und verleihe dem Panzer mehr Wendigkeit.

    Lesen Sie auch >>> „Tödliche Überraschung“: Deutsche Zeitschrift schätzt T-34-Panzer ein

    Zudem werde derzeit eine neue Reihe von Suchoi-Kampfflugzeugen entwickelt, zu denen Su-30 und Su-35 gehörten, die mit ihren Tarnkappentechnologien mit den neuen westlichen Kampfjets F-22 und F-35 mithalten können.

    Besonders weit habe es Russland mit seinen Luftabwehrsystemen gebracht. Der Raketenkomplex S-400 sei dafür das beste Beispiel. Gegen dieses russische System, das den Luftraum in einem Radius von 400 Kilometern sichern könne, komme das US-amerikanische System „Patriot“ nicht an.

    Doch den größten Durchbruch habe das Land im Bereich der elektronischen Kriegsführung und des Cyberkriegs erzielt. „Heute sind Einheiten der elektronischen Kriegsführung ein Bestandteil von jedem Verband auf Brigadeebene, und die Möglichkeiten dieser Einheiten sind sehr groß. Sie können zum Beispiel GPS-Signale blockieren, die Kommunikation unterbrechen und psychologischen Druck auf den Gegner ausüben.“

    Das Wachstum der militärischen Macht Russlands ist nicht abgeschlossen, das ist ein langer Prozess, schlussfolgert der Autor. „Trotzdem ist schon jetzt klar, dass die russischen Streitkräfte keine unansehnliche Menschenmasse und Kanonenfutter mehr darstellen, sondern eine Armee, die ihren Gegnern auf modernstem Niveau begegnen kann.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Macht, Luftabwehr, Militär, Soldaten, Armee, Armata, Su-30, Su-35, S400-System, Wostok 2018, Kroatien, Russland