03:17 10 Dezember 2018
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    Katastrophenfall in Niedersachsen ausgerufen: Von der Leyen entschuldigt sich – VIDEO

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    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll am Samstag zum Moorbrand ins Emsland in Niedersachsen reisen, wie der „Spiegel“ am Samstag berichtet.

    Seit mehr als zwei Wochen brennt der Torf auf einem Testgelände der Bundeswehr bei Meppen. Nach Angaben des „Spiegels“ will sich von der Leyen am Samstag ein Bild von der Lage machen und den rund 1000 Einsatzkräften, die bei den Löscharbeiten tätig sind, ihren Dank aussprechen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil sowie der stellvertretende Ministerpräsident Bernd Althusmann sollen ebenfalls das Gebiet des Moorbrandes aufsuchen.

    Am Freitag entschuldigte sich von der Leyen bei den Anwohnern und verwies darauf, der Brand sei ein sehr ernster Vorfall, der so nicht passieren dürfe. Bei einem Waffentest Anfang September war das Moor auf dem Militärgelände in Flammen gesetzt worden. Dem „Spiegel“ zufolge brennen zurzeit 800 Hektar Torf. Wegen des windigen Wetters habe die Gefahr einer Ausweitung des Feuers bestanden. Der Landkreis Emsland habe den Katastrophenfall ausgerufen und die Evakuierung der benachbarten Dörfer erwogen, meldete der „Spiegel“.

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    Nun solle wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen unbekannt ermittelt werden. Die Wehrtechnische Dienststelle sei am Freitag von der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Dienststelle durchsucht worden.

    Die Militärs stehen derzeit in einer heftigen Kritik. „Ich erwarte von der Bundeswehr, dass sie erklärt, warum überhaupt bei der extremen Trockenheit mit Raketen geübt wurde und ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden“, sagte der niedersächsische CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Toepffer.

    Die Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Anja Piel, bezeichnete das Vorgehen der Bundeswehr als Skandal. Die örtlichen Feuerwehren seien erst nach elf Tagen und das Landesinnenministerium noch später über den Brand informiert worden, betonte die Politikerin.

    Ein Vertreter der Bundeswehr gestand, die Kritik am Ministerium sei berechtigt, momentan würden die Behörden jeden Morgen über den Vorfall umfassend informiert. Von der Leyen kündigte zudem eine Aufklärung an, ob die Munitionstests in dem ausgetrockneten Moor nötig und verantwortbar gewesen seien.

     

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    Tags:
    Feuer, Staatsanwaltschaft, Militärs, Kritik, Ermittlung, Polizei, Waffen, Brand, Der Spiegel, Bundeswehr, Ursula von der Leyen, Niedersachsen, Deutschland