18:51 16 Oktober 2018
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    Israels F-16 (Archiv)

    Israel fürchtet, dass Russland in Syrien seine „Flügel beschneiden“ wird – Medien

    © AP Photo / Ariel Schalit
    Politik
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    Russlands Reaktion auf den Vorfall mit der Il-20 in Syrien kann zur Einschränkung des Flugbereichs der israelischen Luftwaffe auf dem syrischen Territorium führen, schreibt die israelische Zeitung „Haaretz“.

    Laut der Zeitung hofft Israel, dass Moskau nur den Himmel über Syrien für eine Woche schließen und nicht zu weiteren Sanktionen greifen wird – wie beispielsweise Flüge in der Nähe der russischen Basen in Nordsyrien zu verbieten. Denn das würde eine Sperre des Zugangs der israelischen Luftwaffe zu den Gebieten nördlich von Damaskus bedeuten.

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    Nach Angaben von „Haaretz“ können solche Maßnahmen zur Schaffung von Sicherheitszonen für syrische Regierungstruppen und die „Hisbollah“ führen sowie dem Iran die Möglichkeit geben, seine Positionen in der Region zu stärken.

    Die Zeitung zitiert den israelischen Verteidigungsminister, Avigdor Lieberman. Ihm zufolge hatten die Verhandlungen mit hochrangigen russischen Beamten, die er und der israelische Ministerpräsident geführt hätten, sowie die Entsendung einer Delegation unter der Leitung des Luftwaffenkommandanten Amikam Norkin nach Moskau gezeigt, dass zwischen den zwei Ländern gute Beziehungen herrschten. Dies bestätige auch die Tatsache, dass sich Israel wegen der Tragödie schlecht fühle, so Lieberman.

    Laut „Haaretz“ hat sich Israel in den letzten Jahren daran gewöhnt, fast ohne Aufenthalt „an der Nordfront“ zu agieren. Nach dem Abschuss einer israelischen F-16 durch die syrische Luftabwehr im Februar habe Tel-Aviv Lehren gezogen. Trotzdem habe es weiterhin Syrien attackiert – obwohl seine Operationen immer gefährlicher geworden seien.

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    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 bei einem Flug nahe dem russischen Luftstützpunkt Hmeimim in Syrien vom Radar verschwunden. Später gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass die Maschine versehentlich von einer Rakete des Luftabwehrsystems S-200 getroffen wurde, als die syrischen Streitkräfte einen israelischen Luftangriff abzuwehren versuchten. 15 russische Soldaten kamen ums Leben. Moskau machte daraufhin Tel Aviv für die Tragödie verantwortlich: Das israelische Militär habe mit seinem verantwortungslosen Vorgehen das russische Flugzeug einem Angriff seitens der syrischen Luftabwehr ausgesetzt.

    Israel sieht jedoch die ganze Schuld bei Damaskus, bestätigte allerdings auch, am späten Montagabend syrische Objekte bombardiert zu haben. Der russische Präsident, Wladimir Putin, sprach seinerseits von einer „Verkettung tragischer Ereignisse“ und sicherte zugleich eine für alle merkbare Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen für die russischen Militärs in Syrien zu.

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    Einschränkung, Schuld, Flug, Maßnahmen, Abschuss, Hisbollah, Avigdor Lieberman, Israel, Syrien, Russland