16:20 19 Oktober 2018
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    Recep Tayyip Erdogan

    Erdogan nennt größte Gefahr für Syriens Zukunft

    © AP Photo / Kayhan Ozer
    Politik
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    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die östlich vom Euphrat gelegenen und von kurdischen Volksverteidigungseinheiten kontrollierten Gebiete als eine Gefahr für die Zukunft Syriens eingestuft.

    „Zurzeit ist das größte Problem für die Zukunft Syriens der Terror-Sumpf, der sich unter der Ägide einiger unserer Verbündeten östlich vom Euphrat ausbreitet", sagte er bei einer Pressekonferenz vor Abflug nach New York, wo er an einer Sitzung der UN-Vollversammlung teilnehmen soll.

    Zuvor hatte Ankara Washington mehrmals vorgeworfen, die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die in der Türkei als eine mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans verbundene Terrororganisation eingestuft werden, mit Waffen zu versorgen.

    Kein anderes Land sei von dem Bürgerkrieg in Syrien mehr beeinträchtigt worden als die Türkei, betonte Erdogan. Bei seinem Auftritt bei der Sitzung der UN-Vollversammlung werde er von den humanitären Krisen in verschiedenen Regionen der Welt sprechen sowie zur Entwicklung von Wegen auffordern, mittels derer diese Schwierigkeiten beseitigt werden könnten, versprach er.

    Zudem kommentierte der türkische Staatschef eine mögliche Zusammenkunft mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen, Donald Trump: „Falls die US-Seite einen solchen Vorschlag unterbreiten wird, werden wie ihn behandeln. Bislang wurde jedoch keine derartige Initiative angeboten".

    Die Beziehungen Washingtons und Ankaras haben sich in letzter Zeit zugespitzt, mitunter auch wegen des bereits 2016 von den türkischen Behörden festgenommen US-amerikanischen Pfarrers Andrew Brunson. Anfang August hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den türkischen Justizminister, Abdülhamit Gül, und den Innenminister, Süleyman Soylu, verhängt. Ihnen wurden „ernsthafte Verstöße gegen Menschenrechte" vorgeworfen.

    Daraufhin ordnete US-Präsident Donald Trump eine Verdopplung der Einfuhrzölle auf Aluminium und Stahl aus der Türkei an — bis zu jeweils 20 und 50 Prozent. Dies provozierte den Absturz der türkischen Nationalwährung auf ein historisches Rekordtief. Ankara hatte darauf Zölle auf 22 Warenkategorien, darunter Tabakwaren, Alkohol, Autos, Kosmetika, Reis und Obst — um einen Wert in Höhe von insgesamt 533 Millionen Dollar — krass erhöht.

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    Tags:
    Gefahr, Kurden, YPG, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), Recep Tayyip Erdogan, Syrien, USA, Türkei