14:53 19 Oktober 2018
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    Michel Aoun

    Libanons Präsident: „Das ist Israels Plan für Nahost“

    © AFP 2018 / Hussein Malla
    Politik
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    Libanons Präsident Michel Aoun hat Israel vorgeworfen, die Spaltung des Nahen Osten in einzelne Gemeinde- und Konfessionseinheiten voranzutreiben.

    „Im Nahen Osten versucht Israel die Region in einzelne staatsähnliche Gemeinde- und Konfessionsgruppen zu spalten“, sagte Aoun in einem Interview mit der französischen Zeitung „Figaro“.

    Israel, das gegen die libanesische Souveränität agiere und die Rechte der Palästinenser verletze, stellt Aoun zufolge eine Gefahr für den Libanon dar.

    Libanons Regierung - Präsident Michel Aoun (in d. M.), Premier Saad Hariri (R) und Parlamentssprecher Nabih Berri (Archiv)
    © AP Photo / Dalati Nohra/Lebanese Government

    Der libanesische Präsident glaubt jedoch nicht, dass der Süden seines Landes als Standort für eine Konfrontation zwischen Israel und dem Iran genutzt wird.

    Aoun forderte Europa auf, „dem Libanon bei der Rückbringung der Syrer in ihre Häuser zu unterstützen“ und „die Ausgaben in das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) zu erhöhen“.

    Libanon und Israel unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Israel stuft den Libanon als „feindlichen Staat“ ein. Ursache des Konflikts sind der Streit über die Zugehörigkeit der Schebaa-Farmen im Gebiet Golanhöhen und die Tätigkeit der Organisation Hisbollah.

    Nach dem Sieg über die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat*) in Syrien und dem Irak 2017 treten nun die politische Regelung und die Wiederherstellung Syriens in den Vordergrund. Es geht auch um die Heimkehr syrischer Flüchtlinge, darunter aus dem Libanon.

    * Islamischer Staat, auch IS, eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

     

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    Tags:
    Konflikt, Flüchtlinge, Gefahr, Pläne, Nahost, Spaltung, Schebaa-Farmen, Hisbollah, Michel Aoun, Russland, Iran, Israel, Syrien, Libanon