21:26 16 Oktober 2018
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    Fla-Raketen-System S-300 (Archivbild)

    „Steht uns ein Albtraum bevor?“ – Israelische Medien zu S-300-Lieferung an Syrien

    © Sputnik / Alexej Danitschew
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    Israelische Medien haben sich über die Entscheidung Russlands besorgt gezeigt, das russische S-300-Flugabwehrraketensystem an Syrien zu liefern. Befürchtet wird, dass dies ernsthafte Folgen für die israelische Luftwaffe mit sich bringen kann.

    Der israelische TV-Sender „Channel 9“ stellt die Frage: „Steht Israel zwei Wochen später ein Albtraum bevor?“.

    The Jerusalem Post“ schreibt, das S-300-System werde eine tiefgreifende Modernisierung der syrischen Luftabwehr und  Schaffung einer „Bedrohung für israelische Kampfjets“ ermöglichen, da ein solches Langstreckensystem Flugzeuge und ballistische Raketen in einer Entfernung von bis zu 300 Kilometern verfolgen kann. Im Moment sei die syrische Luftabwehr in der Regel mit „veralteten sowjetischen Systemen“ und taktischen Komplexen ausgerüstet. Der Verfasser des Artikels ruft in Erinnerung, dass Russland bereits ein Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-System vom Typ „Panzir-S1“ an Damaskus geliefert habe.

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    Laut „Haaretz“ wird die S-300-Lieferung Damaskus keine Garantien für absoluten Schutz vor Luftangriffen von außen geben. Allerdings könnten Maßnahmen dieser Art die Aktivitäten der israelischen Luftwaffe in der Region gefährden. Daher müsse Israel von nun an „zweimal vor dem nächsten Angriff nachdenken“.

    Die Zeitung „Jedi’ot Acharonot“ schreibt, die S-300-Lieferung sei eine schlechte Nachricht für Israel, denn der fortschrittliche Komplex werde von der israelischen Luftwaffe „mehr Anstrengung, mehr Planung und größere Vorsicht bei Gewaltanwendung im Himmel über Syrien und dem Libanon“ erfordern. Auch wird Besorgnis über Pläne Russlands geäußert, in Syrien moderne elektronische Kampfmittel zur Unterdrückung von Kampfjets, Raketen und Drohnen einzusetzen. Dies könne die Handlungsfreiheit der israelischen Luftfahrt in Zukunft einschränken.

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    Am Montag hatte der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, erklärt, Russland werde als Antwort auf den Il-20-Abschuss in den nächsten zwei Wochen ein modernes S-300-Flugabwehrraketensystem an Syrien liefern. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow muss Moskau nach dem Abschuss der russischen Il-20 in Syrien solche Maßnahmen treffen, um die Sicherheit russischer Militärs im Land zu gewährleisten.

    Il-20-Abschuss

    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 bei einem Flug in der Nähe des russischen Luftstützpunktes Hmeimim in Syrien abgeschossen worden. Zur gleichen Zeit attackierten vier israelische Jets F-16 syrische Objekte in Latakia. Dabei hatte Israel den Angriff nach Angaben des russischen Verteidigungsamtes erst eine Minute vor dem Beginn des Angriffs angekündigt, führte Moskau irre über die Region des Schlages und teilte die Positionsangaben der Flugzeuge nicht mit.

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    Laut dem russischen Ministerium benutzten die israelischen Piloten die russische Il-20 als Deckung und setzten sie dem Schlag des syrischen Luftabwehrsystems S-200 aus, welches sie um 22:03 Uhr traf. 15 russische Offiziere kamen dabei ums Leben. Moskau machte daraufhin die israelische Luftwaffe und diejenigen, die die Entscheidung über den Luftschlag getroffen hatten, für die Tragödie völlig verantwortlich.

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    Tags:
    Bedrohung, Lieferung, Reaktion, Syrien, Medien, S-300, Russland, Syrien, Israel