18:45 16 Oktober 2018
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    Russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 auf dem Militärflugplatz Hmeimim (Archivbild)

    Zeitung: Russland ließ israelische Delegation abblitzen

    © AP Photo / Stringer
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    Russland hat den Vorschlag Israels abgelehnt, eine Delegation nach Moskau zu entsenden, um den Vorfall mit dem Abschuss der russischen Il-20 über der syrischen Provinz Latakia zu besprechen. Darüber berichtet die israelische Tageszeitung „Haaretz“ am Mittwoch.

    Demnach sollten der Ministerpräsident Israels Benjamin Netanjahu sowie der Verteidigungsminister des Landes Avigdor Lieberman Mitglieder der Delegation sein.

    Ursprünglich habe Israel eine Delegation mit dem Leiter des nationalen Sicherheitsrats Meir Ben-Shabbat  an der Spitze nach Moskau entsenden wollen. Darüber hinaus sollten Vertreter der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und ihres Generalstabes an der Abordnung teilnehmen. Dabei habe man auch die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass Netanjahu oder Lieberman  nach Moskau kommen würden.  

    Jedoch habe Russland dem Blatt zufolge vorgezogen, dass die Kontakte „auf professionellem Niveau bleiben“,  eben zwischen den Befehlshabern der Luftwaffe. Am 25. September sei Netanjahu nach New York geflogen, um an der Uno-Vollversammlung teilzunehmen, wo er sich mit US-Präsident Donald Trump treffen sollte. Das Hauptthema des Gespräches könnte die Situation in Syrien sowie die Beziehung zu Russland werden, wie „Haaretz“  schreibt. 

    Am 24. September  hatte ein Telefonat zwischen Netanyahu und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Initiative der israelischen Seite stattgefunden. Sie hatten unter anderem die Il-20-Katastrophe besprochen. Am 20. September war der Oberbefehlshaber der israelischen Luftstreitkräfte, Generalmajor Amikam Norkin, in Moskau eingetroffen und hatte einen Bericht über den Absturz des Flugzeuges der russischen Luftstreitkräfte vorgelegt. 

    >> Andere Sputnik-Artikel: Nach Israels Hisbollah-Beschluss: Schwappt der Syrien-Krieg nach Libanon?

    Der russische Seefernaufklärer des Typs Il-20 war in Syrien in der Nacht zum 18. September abgeschossen worden. Dabei waren 15 russische Militärs ums Leben gekommen. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums Russlands haben sich die israelischen Piloten absichtlich hinter dem russischen Flugzeug versteckt und es dabei dem Angriff der syrischen Luftabwehr ausgeliefert, so dass die Il-20 von einem Luftabwehrsystem S-200 abgeschossen wurde. Die israelische Armee beschuldigt die libanesische Bewegung „Hisbollah“ des Vorfalls.

    Kurz nach der Il-20-Tragödie war bekannt geworden, dass Russland zur besseren Sicherheit der russischen Militärs in Syrien Damaskus Flugabwehrraketensysteme S-300 liefern wird. 

    >> Andere Sputnik-Artikel: Russisches Ministerium präsentiert Minuten-Chronologie der Il-20-Tragödie

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    Tags:
    Il-20, Uno-Vollversammlung, Avigdor Lieberman, Benjamin Netanjahu, Russland